In weniger als drei Wochen geht die EURO MOTO auf dem Sachsenring in ihre erste Saison. Damit startet für Deutschlands höchste Motorradrennserie, die viele unter ihrem alten Namen kennen, ein neues Kapitel. Seit Dezember 2025 ist aus der „Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft“ (IDM) die EURO MOTO geworden. Und in Kürze geht’s ans Eingemachte.
Was hinter dem neuen Namen steckt, erklärt Serienmanager Normann Broy im Podcast „Gasgeflüster“ in einem ausführlichen Gespräch. Darin spricht er mit den Hosts Jan Brützel und Michael Praschak so offen wie selten über die Hintergründe, aktuelle Herausforderungen, die Kosten eines Rennwochenendes und die langfristigen Ziele der Serie.
Warum aus der IDM die Euro Moto wurde
Im Podcast-Gespräch wird schnell deutlich: Es geht um weit mehr als nur einen neuen Namen. Im Fokus steht die aktive Weiterentwicklung der Serie sowie die Notwendigkeit, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. „Wir bewegen uns in einer Nischensportart, die wirtschaftlich immer schwieriger wird“, sagt Broy. Gleichzeitig hat sich auch das Fahrerfeld verändert. „Wir haben immer mehr internationale Starter“, erklärt er, während der Nachwuchs aus Deutschland aktuell nicht ausreicht, um alle Klassen allein zu füllen.
Genau aus dieser Entwicklung ist die Idee zur EURO MOTO entstanden. Weg von einer rein national gedachten Meisterschaft, hin zu einer Serie, die bewusst europäischer funktioniert. „Viele internationale Fahrer konnten mit dem Begriff ‚Internationale Deutsche Meisterschaft‘ wenig anfangen“, so Broy. Entsprechend schwer war es für sie, die Serie in ihren Heimatländern zu vermitteln und weiterzutragen.
Künftig soll die Serie deshalb internationaler auftreten und damit auch für Partner und Sponsoren attraktiver werden, die sich nicht nur national, sondern auch international präsentieren wollen. Genauso wie für die Fahrer selbst. Ein konkreter Schritt ist bereits geplant: „Wir wollen den Livestream sonntags zusätzlich auch auf Englisch streamen“, sagt Broy. So sollen Fahrer, Teams und Fans außerhalb Deutschlands deutlich besser erreicht werden.
Zwischen Kosten, Anspruch und Zukunft
Denn hinter den Kulissen wird die Organisation einer solchen Rennserie immer anspruchsvoller. Rennstrecken, Abläufe, Sicherheit und Personal bringen hohe Kosten mit sich. „Es wird immer schwieriger, eine solche Meisterschaft auf solide Beine zu stellen“, bringt es Broy auf den Punkt. Gleichzeitig soll die Serie weiterhin als Sprungbrett für höhere Meisterschaften wie die Weltmeisterschaft dienen. Genau hier soll die neue Ausrichtung ansetzen, um langfristig mehr Stabilität zu schaffen und die Serie sichtbarer zu machen.
Am Sport selbst soll sich dagegen nichts ändern. Im Gegenteil. „Das Niveau ist extrem hoch. Wir müssen es nur besser zeigen“, sagt Broy. Dabei räumt er auch mit einem weit verbreiteten Eindruck auf: „Es gab immer wieder das Mindset, dass die Serie tot sei. Das ist totaler Quatsch. Schaut euch die Rennen an, schaut euch das Niveau an.“
Ein ähnliches Beispiel sieht Normann Broy im deutschen Autorennsport: „Der DTM hat man vor ein paar Jahren auch nachgesagt, sie sei tot. Mittlerweile ist das wieder ein richtig gutes, geiles Produkt, was wieder einen viel höheren medialen Stellenwert hat.“ Genau in diese Richtung soll es auch im Motorradsport gehen.
Der Blick richtet sich klar nach vorn. Mehr Zuschauer an der Strecke, mehr Reichweite im Stream „und perspektivisch auch wieder ein größerer Kalender“ gehören zu den Zielen für die kommenden Jahre.
Die knapp 60-minütige Podcastfolge liefert noch viele weitere Einblicke hinter die Kulissen. Neben den Hintergründen zur Umbenennung geht es unter anderem auch um Finanzierung und Reglement, die Wahl der Rennstrecken sowie die Zukunftspläne der Serie. Der Podcast ist auf Spotify, YouTube und allen gängigen Plattformen verfügbar.

