In den letzten Wochen gab es viel Wirbel um die Ducati von Lukas Tulovic. Jetzt kann der Titelverteidiger der EURO MOTO Superbike aufatmen. Bei der vorletzten Saisonrunde auf dem Nürburgring am kommenden Wochenende muss er sich nicht mehr selbst einbremsen.
Rückblick: Nach dem Doppelsieg von Lukas Tulovic in Oschersleben bekam Triple M Ducati Frankfurt-Teamchef Matthias Moser Post. Der Inhalt des Bulletins war nicht überraschend. Nach vier überlegenen Siegen in Folge war eine Drehzahlreduzierung an der Panigale V4R angesagt.
Die Maßnahme ist Bestandteil der seit Saisonbeginn geltenden Balance of Performance und damit klar geregelt. Sie soll für ein ausgeglichenes Kräfteverhältnis im Feld sorgen. Für Ducati wurde die Umsetzung allerdings zum besonderen Fall.
Während sich die Drehzahl bei anderen Herstellern vergleichsweise unkompliziert per Software anpassen lässt, ist das bei der aktuellen Panigale V4R nicht ohne Weiteres möglich. Laut Teamchef Matthias Moser kommt in der neuen V4R die hauseigene Ducati-Elektronik zum Einsatz. Eine Änderung der Drehzahlbegrenzung kann deshalb ausschließlich vom Werk vorgenommen werden.

Bei der letzten Veranstaltung in Assen waren die geforderten Maßnahmen noch nicht wie geplant umgesetzt. Die kurzfristige Lösung war ungewöhnlich. Tulovics rechtes Handgelenk wurde zum Drehzahlbegrenzer. Bei maximal erlaubten 15.600/min musste der Titelverteidiger selbst dafür sorgen, dass die Panigale V4R nicht höher drehte.
Damit ist jetzt Schluss. Nach der Sommerpause bei Ducati in Italien wurden die Steuergeräte der Motorräder von Lukas Tulovic und seinem Teamkollegen Lorenzo Zanetti bearbeitet. Am heutigen Dienstag erhielt Matthias Moser die Bestätigung, dass das neue Drehzahllimit auf die Steuergeräte programmiert werden konnte.

Somit können beide Fahrer ohne Selbstbeschränkung in die vorletzte EURO MOTO-Saisonrunde starten. Für Tulovic könnte das Wochenende in der Eifel ohnehin ein ganz besonderes werden. Holt der Titelverteidiger beide Siege in der Superbike-Klasse, kann er sich auf dem Nürburgring vorzeitig zum Meister krönen. „Das ist das Ziel“, weiß Moser. „Tulo will gewinnen. Das ganze Team will es.“
Vier Rennen vor dem Saisonende führt Tulovic die Gesamtwertung mit 46,5 Punkten Vorsprung auf Marcel Schrötter (BMW) an.

