Neue Meisterschaft, neues Team, neues Motorrad, neue Reifen – und trotzdem ganz vorne dabei. Lukas Tulovic hat bei seinem Debüt in der Italienischen Meisterschaft gezeigt, warum er der EURO MOTO Superbike-Champion ist. Auf den dritten Platz im spektakulären Nachtrennen folgte ein krönender Sieg im zweiten Lauf des vergangenen Wochenendes in Misano.
Für Tulovic begann das Abenteuer mit jeder Menge Unbekannten. Er startete für das italienische BMAX-Team auf einer Ducati Panigale V4S. In der EURO MOTO sitzt der 26-Jährige dagegen bei Triple M Racing Ducati Frankfurt auf der deutlich schärferen Panigale V4R. Dazu kamen statt der gewohnten Pirelli-Reifen erstmals Dunlop-Pneus. Ein komplett anderes Paket – und trotzdem war Tulovic vom ersten Training an konkurrenzfähig.
Schon im Qualifying setzte er mit dem vierten Startplatz ein Ausrufezeichen im Umfeld bekannter Namen wie Michael Ruben Rinaldi, Randy Krummenacher und Gabriele Giannini. Das erste Rennen wurde kurz vor 22 Uhr gestartet. Zuvor hatte es auch Nachttrainings gegeben. „So stelle ich mir das in der Langstrecken-WM vor“, sagte Tulovic, für den solch ein Zeitplan Neuland war. Das Rennen beendete er als Dritter. Nur Stunden später fuhr er zu seinem ersten Sieg in der Italienischen Motorrad-Straßenmeisterschaft (CIV – Campionato Italiano Velocità) und ließ 32 Konkurrenten hinter sich.

Das zeigte auch, wie hoch das sportliche Niveau in der EURO MOTO ist. Weil der der italienische Titelverteidiger Alessandro Delbianco im zweiten Rennen stürzte, war Tulovic bei seinen ersten Start in Italien mit 41 Punkten sogar der erfolgreichster Superbike-Teilnehmer des gesamten Wochenendes. „Ich bin meinem deutschen Teamchef Matthias Moser sehr dankbar, dass er mir den Einsatz genehmigt hat. Seine Zustimmung war die Voraussetzung.“ Moser platzte fast vor stolz auf seinen Fahrer.
Der erste Kampf des Wochenendes hatte jedoch nicht auf, sondern neben der Rennstrecke stattgefunden. Tulovic verbrachte in Misano mehrere Stunden mit Anmeldung, Papierkram und der Suche nach den richtigen Ansprechpartnern. Die Sprachbarriere machte die Sache nicht einfacher. Nur wenige Italiener sprechen Englisch. „Mit ein paar Brocken Italienisch kam ich zumindest ein kleines bisschen weiter“, erzählte Tulo später erleichtert.


