SBK: Viel Ehre und eine schwierige Erbschaft

SBK: Viel Ehre und eine schwierige Erbschaft

Neubeginn mit Erfolgserlebnis: Superbike-Rookie Marcel Schrötter gehörte heute zu den schnellsten Fahrern. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Michael Praschak, Johannes Bornemann

Eine Fotocollage in der Box und ein schwarzer Aufkleber in der Scheibe von allen drei Superbike-BMW: Das Team GERT56 by RS Speedbikes gedenkt dem im Januar 2026 verstorbenen Teamchef Karsten „KW“ Wolf öffentlich. Sein hinterlassenes Erbe anzutreten, gestaltet sich schwieriger als gedacht.

Ronny Schlieder, Holger Homfeldt, Toni Finsterbusch und Johannes Bornemann führen das Racing Team in Wolfs Sinne weiter. „Aber manche Dinge, die für ihn zur Routine gehörten, machen wir zum ersten Mal. Sei es mit den Sponsoren zu sprechen oder mit Abrechnungen“, sagt Homfeldt beim EURO MOTO-Saisonauftakt auf dem Sachsenring und gesteht: „Eigentlich ist alles neu. Den Aufwand hatte ich nicht erwartet. Aber im nächsten Jahr wissen wir Bescheid.“

Toni Finsterbusch, Jan-Ole Jähnig und der prominente Team-Neuzugang Marcel Schrötter sind die Fahrer-Equipe der aktuellen Saison. Den ehemaligen WM-Fahrer Schrötter hatte KW im Winter kurzfristig verpflichtet, um danach ohne Prunkt und Komma darüber zu reden, um allen seine Freude mitzuteilen. Und heute wäre ein Tag, an dem er Spaß gehabt hätte. Schrötter wurde auf der BMW M 1000 RR bei durchwachsenen Wetterverhältnissen Dritter im Superpole Pre-Practice hinter Titelverteidiger Lukas Tulovic (Ducati) und Florian Alt (Honda).

Finsterbusch, Jähnig und Schrötter waren vor dem EURO MOTO-Saisonauftakt mehrfach testen gewesen, aber nur einmal gemeinsam. Das war beim zweiten Ausflug nach ins spanische Valencia. Beim ersten Trip in Almeria fehlte Schrötter wegen eines Sehnenanrisses im Ellbogen.