SBK: Das steckt hinter Schrötters Glücksmoment

SBK: Das steckt hinter Schrötters Glücksmoment

Schon bei der zweiten Veranstaltung hat sich Rookie Marcel Schrötter den ersten Sieg in der EURO MOTO Superbike geholt. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Superbike-Rookie Marcel Schrötter hat in Brünn zum ersten Mal in der EURO MOTO Superbike gewonnen. Ein Ausnahmefahrer und ein Spitzen-Team haben eine Paarung ergeben, die in der Gesamtwertung nur fünf Punkte hinter Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) liegt.

Pole Position in Brünn. Marcel Schrötter fuhr als Einziger eine Zeit unter 1:57 Minuten. „Das war mein erster großer Glücksmoment am Wochenende“, sagt der 33-Jährige. Im ersten Rennen toppte er das Ergebnis: Sieg nach 13 Runden. Mit 1.57,722 gab es obendrauf die die schnellste Rennrunde. Schrötter hat Träume und Wünsche im Team GERT56 by RS Speedbikes wahr gemacht.

Was war passiert? „Der Testtag vor dem Rennwochenende kam uns dabei sehr gelegen, da wir weitere Sachen probieren konnten, um das Motorrad besser verstehen zu können. Das gilt nicht nur für mich, sondern auch für das Team, das im Winter mit den Federelementen zu Öhlins gewechselt ist“, erzählt Schrötter und macht auf einen besonderen Umstand aufmerksam: „Wir sind in jeder Session vorwärts gekommen – vor allem im Vergleich zu Markus Reiterberger. Er war am Wochenende zuvor mit dem EWC-Team und seinem EURO MOTO-Motorrad beim Testen in Brünn. Das heißt, er war schon richtig eingeschossen und hat auch entsprechend losgelegt. Aber wir haben ständig aufgeholt und am Samstag war die Superpole mit der Pole Position als Ergebnis optimal.“

Dass Schrötter das erste Rennen gewann war eine Wohltat für das Team GERT56. Der letzte Sieg lag zwei Jahre zurück. Er wurde von Patrick Hobelsberger geholt und datierte vom 5. Mai 2024. Auch im zweiten Rennen fühlte sich Schrötter auf der BMW M 1000 RR stark wie ein Bär. Bis ihn Lukas Tulovic unter Druck setzte. „Aber das Gefühl mit dem Motorrad war gut, und ich war mir sicher alles unter Kontrolle zu haben, bis ein paar kleine Probleme auftraten, deren Ursache wir noch finden müssen. Jedenfalls musste ich mehr pushen als gewollt und auch von der Elektronik her mehr freischalten, um diese Probleme zu überfahren. Das ging auf die Kosten der Reifen. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem man innerhalb einer Runde ziemlich einbrechen kann. Bei mir das der Fall. Ich habe meinen Hinterreifen kaputtgemacht und konnte das Tempo der Vorderen nicht mehr halten.“

Der dritte Platz war eine Enttäuschung für Schrötter. „ Diese ist aber längst überwunden, denn viel wichtiger ist, wieder ganz vorne dabei zu sein. Wir haben mit dem Motorrad einen Weg eingeschlagen, mit dem ich sehr happy bin. Ich hoffe, dass das eine Basis ist, die auch bei den nächsten Rennen gut funktioniert.“