Die Freudentränen liefen und jeder konnte sie sehen. Das BMW Motorrad World Endurance Team war außer Rand und Band. Beim abschließenden 24-Stunden-Rennen, dem prestigeträchtigen Bol d’Or in Le Castellet, holten die Fahrer Michael van der Mark (NED), Markus Reiterberger (GER) und Steven Odendaal (RSA) mit der BMW M 1000 RR nicht nur den dominanten Sieg, sondern sie schrieben Geschichte: Sie holten den ersten Weltmeistertitel für einen europäischen Hersteller in der FIM EWC. Das heißt auch: Reiti kommt als neuer EWC-Champion zum EURO MOTO-Finale nach Hockenheim.
Vier Punkte machen den Unterschied
Pole Position und Sieg: Es war ein perfektes Wochenende für die drei Fahrer beim letzten 24-Stunden-Rennen der Saison. In Le Castellet gab es für das Team nur ein Ziel: Als Zweiter mit 19 Punkten Rückstand kommen, als Erster gehen. Es funktionierte perfekt. Van der Mark, der in dieser Saison neu als Stammfahrer im Team ist und zuvor noch nie auf der französischen Strecke gefahren ist, war Schnellster in der Qualifikation. In der Kombination der besten Zeiten holte er mit Reiterberger die Pole Position und damit fünf Meisterschaftspunkte. Die Führung nach 8 und 16 Rennstunden brachte zehn weitere Zähler ein. Für den Sieg gab es noch einmal 40 Punkte.
Nach 24 reibungslosen Stunden überquerte Reiterberger, vom Team an der Boxenmauer frenetisch umjubelt, mit der #37 als Erster die Ziellinie. Rivale Yamaha Austria Racing Team beendete das Rennen auf Rang drei und war damit in der WM-Wertung um vier Punkte geschlagen.

BMW schreibt sich auf die Fahne, dass der Kraftstoffverbrauch der M1000 RR im Vergleich mit der Konkurrenz niedriger ausfiel. Für das Team bedeutete das weniger Boxenstopps. Nach 742 Runden über jeweils 5,673 Kilometer auf dem Circuit Paul Ricard war es Weltmeister.
Noch vor einem Jahr hatte sich an gleicher Stelle ein Drama abgespielt. Das BMW Motorrad World Endurance Team hatte die Hand schon fest am Weltmeisterpokal. Doch keine halbe Stunde vor der Zieldurchfahrt machte ein technischer Defekt alle Träume zunichte. Tränen der Enttäuschung waren geflossen. 2026 ist alles anders. Das Team ließ jetzt den Tränen der Freude freien Lauf.

„Das extrem spannende finale Rennen dann auch noch zu gewinnen, ist für uns wirklich etwas Besonderes. Nach zwei Weltmeistertiteln in Folge auf der Superbike-Seite jetzt den Endurance-Titel zu holen, ist für uns ein weiteres Kapitel bei BMW Motorrad Motorsport. Ich glaube, wir stehen noch am Anfang, wir wollen weiter Geschichte schreiben und haben jetzt das Fundament dafür gesetzt,“ war Sven Blusch, Leiter BMW Motorrad Motorsport, begeistert.
Danke an Oma, Opa und den Waldi
„Ich kann kaum in Worte fassen, wie wir uns jetzt fühlen,“ meinte Reiterberger zwar völlig platt, aber dennoch kraftvoll nach dem Rennen. „Ich bin allen so dankbar. Seit ich als vierjähriger Bub mit diesem Sport angefangen habe, war mein einziger Traum, irgendwann einmal Weltmeister zu werden. Jetzt haben wir es endlich geschafft. Ich danke allen, die mir die ganzen Jahre immer den Rücken gestärkt haben, die mich aufgefangen, unterstützt und immer wieder ermutigt haben, weiter an meinem Ziel festzuhalten, vor allem meinen Eltern, aber auch meinen Freunden, der ganzen Familie, meinen Unterstützern, Sponsoren und Helfern und allen, die ein Teil dieses Traums sind. Den Weltmeistertitel möchte ich ihnen allen, aber besonders meinen Großeltern und Waldi widmen. Danke.“

