SSP: „Dirkules“ ist endlich am Ziel

SSP: „Dirkules“ ist endlich am Ziel

Supersport-Meister Dirk Geiger mit goldenem Helm, goldener "1" auf dem T-Shirt und Champagner. Das Apreco Yamaha-Team feiert. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Michael Praschak

Dirk Geiger ist der Meister in der EURO MOTO Supersport. Im zweiten Lauf des Fuchs Silkolene-Hockenheim-Finales machte der Baden-Württemberger engültig Nägel mit Köpfen. Er hat so viele Punkte, dass keine Rechnungen mehr offen sind. Der Titel ist dem 24-jährigen Yamaha-Fahrer vom Team Apreco sicher.

Das letzte Rennen der Saison war eine Geiger-Galavorstellung vor heimischer Kulisse. Schon nach zwei Runden hatte sich der Titelfavorit vom Feld um 2,8 Sekunden abgesetzt, schaltete den Verwaltungsmodus ein und fuhr seinem achten Saisonsieg entgegen. Geiger hatte ein Ur-Vertrauen in die Yamaha YZF-R9 und packte in die Bremse wie kein anderer. Nach 15 Runden über 3,692 Kilometer war sein Traum zur Wirklichkeit geworden: Geiger ist der Supersport-Meister 2026.

Mit dem Titel in der Tasche schmeckt der bereits angekündigte Ausfstieg in die Superbike-Klasse noch besser. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, war der ansonsten redefreudige Dominator überwältigt. Geiger bedankte sich auch für die vielen Kämpfe mit seinem zuletzt einzigen Titelrivalen Daniel Blin (Ducati): „Zu Beginn der Saison hat er mich mächtig herausgefordert.“ Der Pole hatte die ersten vier Rennen vor Geiger gewonnen.

Blin wurde im letzten Supersport-Rennen des Jahres Zweiter und ist Vizemeister. Am Anfang musste er einen sehr beherzten Angriff von Luca Göttlicher (LJ Racing) verkraften, konnte jedoch kontern. Beim nächsten Angriff von Lucky Luc hatte Blin den Braten jedoch rechtzeitig gerochen und machte die Tür zu. Zusammen mit Lennox Lehmann (Yamaha) und Luca de Vleeschauwer (Yamaha) bildete sich eine interessante Vierergruppe.

Schließlich konnte sich Blin aus den Fängen von Göttlicher lösen, der in der elften Runde von Lennox Lehmann konsequent geschnupft wurde. Lehmann peilte am Ende auch noch Blin an, biss aber auf Granit. Lehmann hatte wieder ein Abonnement für den dritten Platz gebucht – zum achten Mal in dieser Saison. Der Dresdner war hoch erfreut, das Ergebnis aus eigener Kraft erreicht zu haben. Im Samstagsrennen hatte er es aufgrund des Sturzes von Göttlicher geerbt.

Dieser wiederum hat mit 19 Jahren eine glänzende Saisonvorstellung abgeliefert auf einem Motorrad, das als exotischer Farbtupfer im Feld in Kombination mit Göttlicher zu ungeahnter Form auflief. Der Bayer holte auf der MV Agusta drei Podiumsplätze.

Auch in der Gesamtwertung spiegelt sich das Ergebnis des Finallaufs wieder: Geiger hat den Titel vor Blin, Lehmann und Göttlicher gewonnen.

Luca de Vleeschauwer bemühte sich den Anschluss in der ersten Gruppe zu halten. Stattdessen vergrößerte sich die entstandene Lücke, wobei Gastfahrer Maximilian Kofler (Ducati) in der letzten Runde bis ans Hinterrad aufrückte. Aber es gab keine Veränderungen mehr.

Zuvor hatte sich Filip Feigl (Yamaha) an Freddie Heinrich (Kawasaki) vorbeigepresst und damit den siebten Rang ergattert. Bester Honda-Fahrer wurde Marvin Siebdrath auf dem neunten Platz. Exakt in den Top Ten brachte Max Enderlein bei seinem Comeback die MV Agusta ins Ziel. Ob er nächstes Jahr weitermacht? „Vielleicht.“

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