Seine Knieverletzung hat Marcel Schrötter besser weggesteckt als zunächst erwartet. In Assen hoffte er, in noch besserer Form als vor zwei Wochen in Oschersleben zu sein – und tatsächlich präsentierte sich der 33-jährige Bayer auf dem TT Circuit Assen in guter Verfassung. Der BMW-Fahrer von GERT56 by RS Speedbikes nahm 33 Punkte aus der „Cathedral of Speed“ mit nach Hause. Gleichzeitig festigte er seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung. Trotzdem hätte er sich den Verlauf des Wochenendes anders gewünscht.
Schrötter startete aus der ersten Reihe, bekam nach mehreren Temperaturwechseln an den Trainingstagen aber nicht das erhoffte Gefühl für die Reifen. Erst wenige Runden vor dem Ziel gelang es dem 33-jährigen Bayern das Tempo zu steigern. Für den BMW-Fahrer blieb damit ein Wochenende, an dem deutlich mehr möglich schien.

„Mit den Rennen bin ich nicht zufrieden, da ich unerwarteterweise nicht das nötige Tempo hatte, obwohl ich in den Trainings immer konkurrenzfähig war“, wunderte sich Schrötter über den Verlauf. „Die beiden Spitzenreiter hatten oft einen kleinen Vorsprung, aber ich hätte nie gedacht, dass ich als Vierter nicht mit der Führungsgruppe mithalten könnte. Es fühlte sich so an, als hätte ich keine Chance. Dabei war das Tempo in der Schlussphase beide Male gar nicht so schlecht.“
Der Anspruch, aus eigener Kraft um die Spitzenplätze kämpfen zu können, macht die Enttäuschung verständlich. „Das war frustrierend, denn ich möchte ganz vorne mitfahren und um die Spitzenplätze kämpfen“, sagt Schrötter. Gleichzeitig weiß er um die Bedeutung des Ergebnisses für die Meisterschaft: „Natürlich freue ich mich über den zweiten Platz im zweiten Rennen, denn die Meisterschaft geht bereits auf das vorletzte Rennwochenende zu, wo jeder Punkt zählt.“
Viel Zeit zum Grübeln bleibt ohnehin nicht. Am Donnerstag vor dem Nürburgring-Wochenende im September steht in der Eifel ein zusätzlicher Testtag auf dem Programm. Für Schrötter kommt dieser genau zum richtigen Zeitpunkt. „Aus sportlicher Sicht bin ich ein wenig enttäuscht von unserem Renn-Tempo in Assen. Auf dem Nürburgring können wir ein paar verschiedene Ansätze ausprobieren, damit wir wieder ganz vorne mitmischen können. Denn wie gesagt: Ich möchte aus eigener Kraft ganz vorne mithalten und gute Ergebnisse erzielen.“

