Im zweiten Rennen der EURO MOTO Sportbike-Klasse in Most gab es diesmal tatsächlich einen Sieger und ein offizielles Ergebnis. Anders als am Samstag, als das erste Rennen nach zwei Startversuchen aus Sicherheitsgründen abgebrochen und nicht gewertet worden war, ging es am Rennsonntag bei erneut großer Hitze diesmal bis ins Ziel. Den Sieg sicherte sich Stepan Zuda auf seiner Heimstrecke und das denkbar knapp.
Showdown an der Spitze bis zur letzten Kurve
Schon der Start verlief im zweiten Rennen deutlich ruhiger als noch am Vortag. Stepan Zuda (Freudenberg RORA-PALIGO Racing), von der Pole Position ins Rennen gegangen, setzte sich zunächst an die Spitze. Dahinter reihten sich Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) und Bruno Ieraci (RT Motosports) ein, der als kurzfristiger Ersatzfahrer für den verletzten Jakob Rosenthaler (RT Motorsports) erneut eine starke Rolle spielte. Ruben Bijman und Mika Siebdrath (beide Freudenberg RORA-PALIGO Racing) komplettierten zunächst die Top fünf.
An der Spitze entwickelte sich schnell ein enger Dreikampf. Zwischen Zuda, Kitzbichler und Ieraci ging es immer wieder hin und her, die Positionen wechselten mehrfach. Die Entscheidung fiel schließlich erst in der letzten Runde. Im direkten Duell mit Ieraci musste Zuda zunächst geduldig bleiben, weil sich keine Lücke auftat. Erst nach der letzten Kurve bot sich ihm die entscheidende Chance. Zuda nahm mehr Schwung mit, profitierte von einem Schaltfehler des Italieners und zog im Windschatten noch vorbei. Mit gerade einmal einer knappen Motorradlänge Vorsprung rettete er sich als Sieger ins Ziel. „Unglaublich, dass ich das Rennen doch noch gewonnen habe. Nach meinem schweren Sturz bei meinem Wildcard-Einsatz in der Weltmeisterschaft hier in Most habe ich fast einen Finger verloren. Die Verletzung hat mich auch in Brünn noch stark behindert. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass wir ausgerechnet hier in Most wieder ganz oben auf dem Podium stehen“, sagte Zuda bei der Siegerehrung.
Mit dem Heimsieg übernimmt der Tscheche auch wieder die Führung in der Meisterschaft. Jakob Rosenthaler, der wegen seiner Beinverletzung nicht antreten konnte, musste damit zusehen, wie ihm die Tabellenführung wieder entgleitet.
Für Bruno Ieraci endete das Wochenende trotz des knapp verpassten Sieges ebenfalls stark. Der WM-Fahrer wurde mit nur 0,068 Sekunden Rückstand Zweiter. Nach seiner Schulterverletzung konnte er den Einsatz in Most damit sportlich sehr gut für sich nutzen.
Siebdrath jubelt nach schwerem Samstag
Eine besondere Geschichte schrieb auch Mika Siebdrath (Freudenberg RORA-PALIGO Racing). Nachdem sein Rennsamstag mit dem Sturz in der ersten Schikane und dem Feuer am Motorrad von Jay-Jay Den Hoed (SWPN) denkbar unglücklich verlaufen war, endete das Wochenende für den 17-Jährigen nun doch noch mit einem Highlight. Lange sah es im zweiten Rennen nicht nach einem Podiumsplatz aus, denn Siebdrath lag auf Rang fünf und hatte keinen Anschluss mehr an die Spitzengruppe. Doch dann rutschte Tobias Kitzbichler über das Vorderrad weg und riss dabei auch Ruben Bijman mit aus dem Rennen. Siebdrath erbte dadurch Rang drei und feierte seinen ersten Podiumsplatz in der EURO MOTO. „Ich bin sprachlos und überglücklich. Nach dem Desaster von gestern jetzt auf dem Podium zu stehen, ist einfach unglaublich. Meine Kondition hat am Ende nachgelassen, aber ich habe bis zum Schluss gekämpft“, sagte der Wildenfelser.
Weil Tobias Kitzbichler an diesem Wochenende keine Punkte mitnehmen konnte, rückte Siebdrath in der Gesamtwertung zugleich auf Rang drei vor. Für Ruben Bijman lief es dagegen erneut bitter. Der Triumph-Pilot hatte sich in Most viel vorgenommen und wollte endlich seinen ersten Sieg in der Sportbike-Klasse holen. Nach dem Zwischenfall mit Kitzbichler blieb er nun jedoch ebenfalls ohne Punkte.
Auf Rang vier kam mit Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) ein weiterer Niederländer ins Ziel. Für ihn war es zugleich das beste Ergebnis bislang in der Serie. Alexander Weizel (AK Racing) belegte Platz fünf nach einem spannenden Duell mit Maksymilian Palmowski (SP Race Project), der am Ende Sechster wurde. Dahinter komplettierten Julian van Kalkeren, Rick Kooistra, (beide SRTD Pearle Gebben Racing) Jay-Jay Den Hoed und Tom Kuil (RT Motorsports) die Top 10.
Bemerkenswert war auch das Comeback von Jay-Jay Den Hoed. Sein Team SWPN um Frank Brouwer hatte nach dem Feuer am Samstag eine Nachtschicht eingelegt, um das Motorrad rechtzeitig wieder fahrbereit zu machen. Dabei musste das Feuerlöscherpulver sorgfältig aus allen Bereichen entfernt werden, wofür das Bike bis auf den Rahmen zerlegt werden musste. Auch Tom Kuil konnte nach seinem Sturz vom Samstag wieder antreten, nachdem er gründlich durchgecheckt worden war.
Weiter geht es für die EURO MOTO Sportbike-Klasse mit Runde vier. Nach einer kurzen Sommerpause steht das nächste Rennwochenende vom 31. Juli bis 2. August in der Motorsport Arena Oschersleben an.

