Jakob Rosenthaler (RT Motorsports Racing) hat das erste Rennen der EURO MOTO Sportbike auf dem Automotodrom Brno gewonnen. Nach einem intensiven Neun-Runden-Sprint setzte sich der Österreicher am Samstagnachmittag in einem packenden Dreikampf gegen Ruben Bijman (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) und Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) durch und feierte damit seinen ersten Saisonsieg.
Bereits unmittelbar nach dem Start entwickelte sich an der Spitze ein hochklassiger Schlagabtausch. Pole-Setter Tobias Kitzbichler mischte von Beginn an vorne mit, während Jakob Rosenthaler und Ruben Bijman keinen Zentimeter kampflos hergaben. Das Trio bestimmte das Tempo und setzte sich früh vom restlichen Feld ab.
Befreiunggschlag für Rosenthaler
Bis zur Rennmitte wechselten die Positionen mehrfach. Besonders Rosenthaler überzeugte dabei in den harten Bremszonen des 5,4 Kilometer langen Grand-Prix-Kurses. Immer wieder konnte der Triumph-Pilot dort entscheidende Meter gutmachen und seine Konkurrenten unter Druck setzen. Im letzten Renndrittel gelang es ihm schließlich, die Kontrolle über das Rennen zu übernehmen und den Grundstein für seinen Sieg zu legen.
Für Rosenthaler war der Erfolg gleichzeitig ein Befreiungsschlag. Beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring hatte er zwar als Erster die Ziellinie überquert, war anschließend jedoch aufgrund einer Strafe um drei Positionen zurückversetzt worden. Umso größer war die Erleichterung nun auf dem Podium.
„Das ist ein richtig schönes Gefühl, endlich als Sieger auf dem Podium zu stehen. Nach dem Sachsenring war das natürlich eine bittere Enttäuschung. Ich hatte auch heute während des Rennens einige Probleme und es war nicht einfach, alles zu kontrollieren. Umso glücklicher bin ich, dass es jetzt geklappt hat“, sagte der 20-Jährige nach seinem Triumph.
Hinter dem Sieger entwickelte sich ein dramatischer Kampf um Rang zwei. Bijman und Kitzbichler lieferten sich bis zur Ziellinie ein Duell auf Messers Schneide. Am Ende trennten die beiden lediglich 0,027 Sekunden. Bijman rettete Platz zwei ins Ziel und komplettierte den Triumph-Doppelsieg. „Das war heute ein wirklich hartes Rennen. Ich habe ein paar Fehler gemacht, die mich Zeit gekostet haben. Mein Plan hat eigentlich perfekt funktioniert, bis mich Tobias in der letzten Runde noch einmal überholt hat. Zum Glück hatte ich in der letzten Kurve etwas mehr Schwung und konnte kontern. Dass es am Ende nur 27 Tausendstel sind, zeigt, wie eng es war“, erklärte der Niederländer.
Auch Tobias Kitzbichler durfte mit seinem Wochenende bislang zufrieden sein. Der 17-jährige Österreicher hatte bereits in den Trainings und im Qualifying seine starke Form unter Beweis gestellt und war von der Pole Position ins Rennen gestartet. Allerdings musste der Aprilia-Pilot während des gesamten Rennens mit Problemen kämpfen. „Das war schwierig. Schon relativ früh wollte das Vorderrad immer wieder einknicken. Ich hatte kaum Gefühl für die Front und musste permanent am Limit fahren“, berichtete Kitzbichler. Trotzdem hielt er den Anschluss an die Spitze und fuhr in den Schlussrunden sogar noch seine persönliche Bestzeit. Am Ende fehlten ihm lediglich wenige Zentimeter zu Platz zwei.
Zuda gewinnt Verfolgerduell vor Tureček und Siebdrath
Hinter dem Spitzentrio entbrannte ein weiterer sehenswerter Kampf um Rang vier. Stepan Zuda (Freudenberg RORA-PALIGO Racing), Gaststarter Daniel Tureček (Rohac & Fejta Motoracing Team powered by Eder Racing) und Mika Siebdrath (Freudenberg RORA-PALIGO Racing) bildeten über weite Strecken des Rennens eine eigene Verfolgergruppe. Zeitweise konnten sie den Rückstand auf die Spitze verkürzen, mussten die drei Führenden jedoch immer wieder ziehen lassen.
Am Ende setzte sich Zuda durch und führte die Gruppe als Vierter ins Ziel. Nur 1,3 Sekunden dahinter folgte Lokalmatador Daniel Tureček auf Rang fünf. Für den Tschechen, der vor dem Wochenende von einem erfüllten Traum gesprochen hatte, war es vor heimischem Publikum ein starkes Ergebnis. Mika Siebdrath komplettierte die Gruppe als Sechster.
Dahinter klaffte bereits eine größere Lücke. Kiyano Veijer (Dutch Talent Racing) belegte mit mehr als sechs Sekunden Rückstand auf Siebdrath den siebten Platz vor Tom Kuil (RT Motorsports Racing) und Julian van Kalkeren (SRTD Pearle Gebben Racing). Micky Winkler (WSC-Racing Team) rundete die Top 10 ab und erzielte damit sein bislang bestes Ergebnis in der EURO MOTO Sportbike.
Für einen Ausfall sorgte lediglich Maksymilian Palmowski (SP Race Project). Der Pole stürzte bereits früh im Rennen und wurde als einziger Fahrer nicht gewertet.
Weiter geht es bereits am Sonntag. Um 12:20 Uhr startet die EURO MOTO Sportbike in ihren zweiten Lauf des Wochenendes. Das Rennen wird wie gewohnt live und kostenlos unter euromoto.racing/live übertragen.
EURO MOTO Sportbike, Race 1
- Jakob ROSENTHALER (#78/AUT), Triumph Daytona 660
- Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
- Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
- Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
- Daniel TUREČEK (#24/CZE), Aprilia RS660
- Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
- Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
- Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
- Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
- Micky WINKLER (#86/DEU), Aprilia RS660
- Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
- Max STAUFFER (#27/AUS), Yamaha YZF-R7
- Rick KOOISTRA (#20/NLD), Triumph Daytona 660
- Jay-Jay DEN HOED (#44/NLD), Yamaha YZF-R7
- Alexander WEIZEL (#22/DEU), Aprilia RS660
- Ty HENRIKSEN (#46/DNK), Aprilia RS660
- Karolina DANAK (#66/POL), Yamaha YZF-R7
- Magnus KRISTOFFERSEN (#30/DNK), Aprilia RS660
- Lucas SØRENSEN (#18/DNK), Aprilia RS660
DNF:
Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660

