SSP: Luca Göttlicher steht sich gerade selbst im Weg

SSP: Luca Göttlicher steht sich gerade selbst im Weg

Das Talent ist zweifelsohne vorhanden, liegt aber vorerst auf Eis. Für MV Agusta-Neuzugang Luca Göttlicher beginnt die Saison wahrscheinlich später. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Nach der Stagnierung bei Kawasaki in der letzten Saison wünscht sich Luca Göttlicher nichts sehnlicher zurück als den Erfolg wie zuvor auf Triumph – nur jetzt auf MV Agusta. Das einzige, was dem EURO MOTO-Supersportler derzeit entgegensteht, ist er selbst.

Am Mittwoch ist Luca Göttlicher 19 Jahre geworden. Eigentlich ein Grund zum Feiern, aber so richtig happy ist „Lucky Luc“ nicht wirklich. Kurz vor dem Jahreswechsel ist der Bayer beim Renntraining in Valencia gestürzt. „Es hat drei Tage geregnet, erst am letzten bin ich auf die Strecke gefahren. Die weite Anreise sollte nicht umsonst gewesen sein. Da ist es passiert. Der Airbag in der Kombi ist nicht aufgegangen und ich habe mich an der rechten Schulter verletzt.“

Bis Ostern kaum Kilometer gemacht

Die Verletzungspause nach der Operation hatte Göttlicher mit seiner Teilnahme an den „1000 Kilometern von Hockenheim“ zu Ostern beendet. Es war vielleicht nicht die beste Entscheidung. Die Strapazen haben ihn im Heilungsprozess zurückgeworfen, „aber ich musste ja mal wieder aufs Motorrad steigen und die Situation austesten. Seit dem IDM-Finale in Hockenheim bin ich praktisch nicht mehr gefahren.“

Göttlicher hat sich für die kommenden zwei Jahre mit MV Agusta verbündet. „Die Bedingungen sind gut. Beim ersten Test beim Track Day in Oschersleben war ich so schnell wie Dirk Geiger. Obwohl das noch nichts zu bedeuten hat“, stapelt Lucky Luc, der jetzt für LJ Racing fährt, tief. In den vergangenen drei Jahren hatte dort Till Belczykowski Pionierarbeit mit der F3 800 RR geleistet und die letzte Saison auf dem 15. Gesamtrang abgeschlossen.

Zurück in die Zukunft

P15 steht für Göttlicher nicht zur Debatte. „Wir ziehen alles größer auf und bringen die Mannschaft größtenteils mit. Fürs Data-Recording sind zwei Personen eingeteilt, eine von ihnen war schon in der Weltmeisterschaft engagiert.“ Was schwebt dem Teenager aus Schwifting auf der Ergebnisliste vor? „Ich will auf der MV Agusta den Erfolg aus dem Triumph-Jahr wiederholen.“

Zur Erinnerung: Als Rookie erreichte er 2024 zwei Podestplätze, garniert von weiteren acht Top-Ten-Ergebnissen. Die Chance, dass er schon zum Saisonauftakt auf dem Sachsenring an den Start geht, beziffert Göttlicher allerdings auf „maximal 45 Prozent. Die Schulter muss mitspielen, sonst macht es keinen Sinn.“