SBK: Schrötter schlägt das letzte Kapitel zu

SBK: Schrötter schlägt das letzte Kapitel zu

GERT56-Doppelspitze zum Schluss. Marcel Schrötter fährt vor Jan-Ole Jähnig zum zweiten Saisonsieg. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Die EURO MOTO Superbike Ära endete beim Fuchs-Silkolene-Hockenheim-Finale mit einem Sieg von Vizemeister Marcel Schrötter (BMW). Zweiter wurde sein GERT56-Teamkollege Jan-Ole Jähnig. Florian Alt (Honda) verabschiedete sich als Dritter in den Winter. Der Viertplatzierte Lukas Tulovic (Ducati) hatte sich im ersten Lauf des Tages bereits den Meistertitel gesichert.

Schon vor dem Rennen stand fest: Egal, wie das Ergebnis aussieht, in der Reihenfolge bei den Erstplatzierten in der Gesamtwertung würde sich nichts mehr ändern. An den Positionen von Tulovic, Schrötter und Markus Reiterberger gab es nichts zu rütteln. Freie Fahrt war angesagt. Einfach Gas geben und sehen, was zum Schluss noch geht. Tulovic wünschte sich, einfach nur noch einmal Spaß zu haben. Den hat er bekommen.

Die drei BMW-Fahrer Markus Reiterberger, Marcel Schrötter und Jan-Ole Jähnig legten aus der ersten Startreihe heraus ordentlich vor. Reiterberger rauschte am Ende der Parabolica ins Kiesbett, wühlte sich aber wieder heraus und fand mit 18 Sekunden Rückstand den Weg zurück auf die Strecke. Den erhofften Doppelsieg musste er sich danach abschminken. Am Ende der ersten Runde führte Jähnig, der mit dem Pirelli SC2 als einziger einen härteren Reifen fuhr als der Rest, das Feld an.

Meister Tulovic hatte den Rechenschieber aus dem Kopf genommen und sich nach drei Runden vom neunten Startplatz auf die fünfte Position nach vorn gearbeitet. Vor ihm schnupperte Toni Finsterbusch (BMW) am Hinterrad von Florian Alt. An der Spitze passte kein Blatt zwischen dem weiterhin Führenden Jähnig und Schrötter.

Es war noch nicht Halbzeit, da hatte Reiterberger bei seiner Aufholjagd bereits den Teamkollegen Milan Merckelbagh aufgeschnupft. Der vierfache Meister landete nach 18 Runden trotz Cross-Einlage sogar noch in den Top Ten.

Als Finsterbuschs Motorrad kurzfristig streikte, verlor der Sachse wertvolle Meter und beendete das Rennen schließlich vorzeitig. Tulovic erbte seinen Platz und wurde dadurch Vierter. Alt verteidigte seinen dritten Platz vor dem aufsässigen Tulovic bis ins Ziel. Es war ein lebhaftes Abschiedsrennen mit der aktuellen Honda. Nächstes Jahr kommt ein neues Modell.

Und wie ging das Duell an der Spitze aus? Schrötter zockte Jähnig in der letzten Runde ab. Dieser hatte es geahnt, „aber ich wusste nicht, an welcher Stelle er angreift.“ Es dürfte aber ganz im Sinne des im Winter verstorbenen Teamchefs Karsten „KW“ Wolf gewesen sein, dass eine GERT56-Doppelspitze das Ende der Saison besiegelt.

Finsterbusch hat sich nach dem Rennen aus dem Team verabschiedet. Er wollte nach all den Jahren kein großes Tam-Tam um seine Person, dabei hätte er es wirklich verdient. Der 33-jährige BMW-Fahrer aus Leipzig holte mit dem Team den Le Mans-Sieg in der Langstrecken-WM 2020. Jetzt ist die Luft raus.