SBK: Florian Alt und die Honda glänzen in der Sonne

SBK: Florian Alt und die Honda glänzen in der Sonne

Voller Einsatz bei Florian Alt auf der Honda: Wenn die Temperaturen klettern, laufen beide zur Höchstform auf. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

Florian Alt ist zurück. Nach dem durchwachsenen Saisonauftakt auf dem Sachsenring befindet sich der Honda-Fahrer beim zweiten Saison-Event in Brünn in Topform: Bestzeit im Superpole Pre Practice.

„Die Honda fühlt sich besser an als auf dem Sachsenring. Hier in Brünn haben wir mehr Stop-and-Go-Phasen. Der Kurs kommt dem Motorradaufbau entgegen. Bremsen und Beschleunigen – das mag die Honda und das mag ich“, wirkt Alt (Holzhauer Racing Promotion) nach dem ersten Kräftemessen des Wochenendes erleichtert. Mit zarten 29 Hundertstelsekunden Vorsprung ist er auf der CBR 1000 RR-R im Superpole Pre Practice der Schnellste gewesen. Der Abstand zum folgenden Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) beträgt zwar nur einen Hauch, doch der ist entscheidend. „Ob es am Wochenende fürs Podium reicht, kann ich nicht sagen“, stapelt Alt auf dem Autodrom Brünn lieber tief. Fakt ist, dass dem Honda-Team der sommerliche Temperaturanflug zugute kommt. Im Moment werden für den Rennsonntag um die 26 Grad Celsius vorausgesagt. „Jedes Grad nach oben hilft uns weiter. Wir werden dadurch zwar nicht schneller“, begründet Alt, „aber die Honda mag es heiß und die anderen werden langsamer.“

EURO MOTO-Superbiker Markus Reiterberger hatte sich nach seinem morgendlichen Höhenflug persönlich mehr erhofft, „denn wir haben innerhalb eines Tages in Sachen Fahrwerk und Geometrie an der BMW einen riesigen Schritt nach vorn gemacht. Dass ich heute früh 1:57,147 min gefahren bin, hat mich selbst überrascht. Am Nachmittag hatte ich wenig Grip, da war es draußen zu heiß. Wenn ich mir was wünschen könnte für das Wochenende, wäre es ein Feeling wie heute früh und weniger Probleme, wenn es warm wird. Denn dann wird es beim Beschleunigen schwer.“ Reiterberger war auch nicht besonders amüsiert, dass die Konkurrenz reihenweise seinen Windschatten für die erreichten Zeiten genutzt hatte. Damit war er jedoch nicht alleine.

Den Kracher schlechthin lieferte Leon Orgis (ORM Racing). Diesmal war es der jüngere der Orgis-Brüder, der das volle Risiko einging. Zunächst schien es unrealistisch, die private BMW unter die Top 6 zu bringen. Denn heute qualifizierten sich im Superpole Pre Practice in haargenau 30 Minuten die schnellsten sechs Fahrer direkt für die Superpole 2, in der morgen die vordersten Startpositionen ausgefahren werden. Dazu kommen die drei schnellsten Fahrer aus dem verbliebenen Feld. Sie werden in der Superpole 1 ermittelt. Leon Orgis fuhr in der heutigen Session allerdings direkt in die Superpole 2. Drittschnellste Zeit. Der Sachse schrie seine Freude unter dem Helm heraus in die Box. Vater René flog auf Wolke Sieben. Vor drei Wochen hatte Sohn Kevin knapp das erste Podium verpasst. Heute war Leon auf der Überholspur.

Dass Orgis in die Top 6 raste, sorgte für Krisenstimmung bei Ducati. Denn dadurch rutschte Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) aus der Spitzengruppe und muss morgen in der Superpole 1 unter die ersten Drei kommen, um die Chance auf einen Startplatz in der ersten Reihe zu wahren. Teamkollege Lorenzo Zanetti schaffte sofort den Sprung in die Superpole 2. Marcel Schrötter (GERT56) und Twan Smits (Team Apreco) können sich auch vorerst zurücklehnen. Das heißt auch: Alle in der EURO MOTO Superbike vertretenen Motorrad-Marken haben mindestens einen Fahrer in den Top 6. Wie es weitergeht entscheidet sich morgen ab 12:50 Uhr. Es wird auf jeden Fall spannend.


Superpole Pre Practice

1. Florian ALT (Honda/DEU)
2. Markus REITERBERGER (BMW/DEU)
3. Leon ORGIS (BMW/DEU),
4. Twan SMITS (Yamaha/NLD),
5. Marcel SCHRÖTTER (BMW/DEU),
6. Lorenzo ZANETTI (Ducati/ITA)
7. Lukas TULOVIC (Ducati/DEU)
8. Jan MOHR (BMW/AUT)
9. Patrick HOBELSBERGER (Honda/DEU)
10. Soma GÖRBE (BMW/HUN)
11. Toni FINSTERBUSCH (BMW/DEU)
12. Kevin ORGIS (BMW/DEU)
13. Jan-Ole JÄHNIG (BMW/DEU)
14. Marco FETZ (BMW/DEU)
15. Christoph BEINLICH (BMW/DEU)
16. Milan MERCKELBAGH (BMW/NLD)