Markus Reiterberger graust es schon ein wenig davor, dass auch für das Rennwochenende im tschechischen Most extreme Sommerhitze angesagt wird. Andererseits kennt er sich mit Temperaturen weit über 30 Grad aus. Auf den Superbiker warten neue Herausforderungen.
„In Suzuki haben wir bei der Langstrecken-WM das gleiche Wetter und auch in der Asiatischen Meisterschaft war es ähnlich. In Fernost ist es immer schnuckelig warm“, hält sich die Aufregung von Markus „Reiti“ Reiterberger in Grenzen. Vielmehr richtet sich der Blick des vierfachen Superbike-Champions (Masteroil Alpha Van Zon BMW) auf die sportlichen Erkenntnisse der vergangenen Wochen.
Er ist auf Folgendes gespannt: Was bringen ihm die letzten Erfahrungen mit dem EURO MOTO-Motorrad aus Brünn? Wie wirkt sich der 8-Stunden-Rennen in Spa auf der Langstrecken-BMW aus? „Eines weiß ich jetzt schon“, sagt Reiterberger, „der Sieg in Spa hat mich mental nach vorne gebracht. Nach einer Phase voller Pech endlich zu gewinnen, hat schon enorm gut getan.“ Für Reiti war es ein Befreiungsschlag.

Ob ein weiterer Sieg auch in der EURO MOTO Superbike in Most möglich ist, wird sich zeigen. „Wir wissen, dass Lukas Tulovic auf der Ducati an einem normalen Wochenende schwer zu schlagen ist. Er ist ein extrem guter Fahrer. Seine Fähigkeiten sind uns bekannt. Das macht mir aber keine Angst, denn vor vier Wochen in Brünn haben wir mehr als sonst getestet. Die verlorene Zeit, die ich durch meine Erkältung hatte, haben wir jetzt aufgeholt.“ Reiterberger hatte das Bett hüten müssen und einen dreitägigen Valencia-Test verpasst.
In Brünn ging es weniger um die Ergonomie, „außer dass wir den Lenker tiefer gestellt haben“, als um die Geometrie und das Fahrwerk der BMW M 1000 RR. Den Wechsel von Lieferant Öhlins zu ZF hatte zunächst Reiterberger unterschätzt. Der 32-Jährige hatte sich den Übergang schneller vorgestellt und war mega-stolz, in Brünn den zweiten Lauf gewonnen zu haben.
Dem vierfachen Superbike-Champion ist seit seiner Rückkehr in die höchste deutsche Motorradklasse aufgefallen, dass der Reifenverschleiß während seiner dreijährigen Abwesenheit zugenommen hat. „Die Strecke in Most wird das Vorderrad noch aggressiver als in Brünn beanspruchen“, ist er überzeugt. Im ersten Lauf hatte er dort den SC1 genommen wie beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring, „aber der hat in Brünn überhaupt nicht funktioniert.“ Das Rennen gewonnen hat er er mit dem Pirelli SC2.
Es wird spannend in Most. Beide Läufe werden auf euromoto.racing/live übertragen.





