SPB: Bijman siegt und vertagt die Titelentscheidung

SPB: Bijman siegt und vertagt die Titelentscheidung

Ruben Bijman hat allen Grund zum Feiern. Mit seinem vierten Saisonsieg hält der Niederländer den Titelkampf bis zum großen Finale am Sonntag offen. Foto: Michael Praschak

Ruben Bijman (Freudenberg Paligo Racing) hält den Titelkampf in der EURO MOTO Sportbike bis zum letzten Rennen der Saison offen. Der Niederländer gewann am Samstag das erste Rennen in Hockenheim vor seinem Teamkollegen und Meisterschaftsleader Stepan Zuda. Tobias Kitzbichler komplettierte das Podium. Vor dem großen Finale am Sonntag trennen Zuda und Bijman noch 23 Punkte.

Dabei erwischte zunächst Zuda den besseren Start. Von Position zwei zog der Tscheche an Polesetter Bijman vorbei und bog als Führender in die erste Kurve ein. Auch Tobias Kitzbichler (ViVa by Peuker & Streeb) zog mit und setzte sich zunächst auf Rang zwei. Doch Bijman sortierte sich schnell wieder direkt hinter Zuda ein. Die beiden Titelanwärter legten vorne eine hohe Pace vor und zogen das Feld langsam auseinander.

Bijman dreht auf

Für Bijman war der erste Teil des Rennens anders als erwartet. Sein Plan war es, schnell vorn weg zu fahren. Jedoch hatte Zuda etwas dagegen und hielt den Niederländer auf. „Der erste Teil des Rennens war nicht einfach, da Zuda sehr stark performte. Aber ab der Rennmitte konnte weiter an meiner Pace festhalten und erlangte in führungliegend meinen Rhythmus zurück. Das Bike ist im Moment richtig stark und ich fühle mich einfach nur richtig gut darauf“, sagte Bijman.

Im letzten Renndrittel drehte der Niederländer noch einmal den Hahn auf. Zuda blieb dran, musste mit Blick auf die Meisterschaft aber auch das Risiko im Auge behalten. Nach 13 Runden gewann Bijman mit 1,512 Sekunden Vorsprung und feierte seinen vierten Saisonsieg. Mit 1:31,717 Minuten fuhr er außerdem die schnellste Rennrunde.

Zuda nimmt wichtige Punkte mit

Zuda hatte zunächst versucht, das Rennen von vorne zu kontrollieren. Als die Reifen nachließen, wollte er jedoch nicht alles auf eine Karte setzen. „Ich wollte von Anfang an vorne bleiben und schauen, ob ich die Pace halten kann. Als die Reifen nachließen, wurde mir das Risiko irgendwann zu groß. Danach ging es darum, meine Pace zu halten und keinen unnötigen Fehler zu machen. Natürlich habe ich trotzdem gehofft, dass Ruben vielleicht noch einen Fehler macht“, erklärte Zuda. Mit Rang zwei zeigte sich der Tscheche zufrieden. Den Podestplatz widmete er seinem verstorbenen besten Freund Troy Beinlich. Vor dem letzten Saisonrennen am Sonntag führt Zuda die Meisterschaft nun mit 23 Punkten Vorsprung auf Bijman an.

Kitzbichler kämpft mit losem Visier

Kitzbichler hielt sich auf Rang drei und musste sich dabei nicht nur gegen Tom Kuil (RT Motorsports) wehren. Starker Wind und ein loses Visier machten ihm das Leben zusätzlich schwer. „Es war durch den Wind ein schwieriges Rennen. Mein Visier ist nicht richtig eingerastet gewesen, weshalb er offen stand. Dadurch konnte ich teilweise kaum richtig sehen. In der letzten Runde habe ich noch einmal alles gegeben und sogar meine beste Zeit gefahren. Ich bin sehr glücklich über den dritten Platz“, sagte der Österreicher.

Mit 1:31,724 Minuten gelang ihm tatsächlich in der letzten Runde seine persönliche Bestzeit. Kuil folgte knapp dahinter auf Rang vier. Daniel Mogeda (RT Motorsports Honda) brachte die Honda CBR600RR bei ihrem Testeinsatz auf Platz fünf ins Ziel.

Turbulenzen im Feld

Weiter hinten gab es mehrere Ausfälle. Jay-Jay den Hoed (Team SWPN) stürzte in Runde sechs und musste das Rennen aufgeben. Der Niederländer wurde anschließend im Medical Center untersucht und vorerst für unfit erklärt. Ob er am Sonntag wieder starten kann, ist damit zunächst offen.

In Runde neun kamen Maksymilian Palmowski (SP Race Project) und Kyano Schoo (Team SWPN) vor der Osttribüne zu Fall. Für beide war das Rennen ebenfalls beendet. Für das niederländische SWPN Team um Frank Brouwer hieß es Doppelausfall.

Rick Kooistra (SRTD Pearle Gebben) erhielt nach einem Frühstart zunächst eine Long Lap Penalty. Diese ignorierte er jedoch, weshalb er eine Durchfahrtsstrafe angezeigt bekam. Nachdem auch diese nicht absolviert wurde, bekam er die schwarze Flagge und wurde disqualifiziert.

Damit fällt die Entscheidung um den Sportbike Titel tatsächlich erst im allerletzten Rennen der Saison. 23 Punkte trennen Zuda und Bijman vor dem Finale am Sonntag, das um 12:20 Uhr ausgetragen wird und auch live im Stream verfolgt werden kann.

EURO MOTO Sportbike, Rennen 1

  1. Ruben BIJMAN (#17/NLD), Triumph Daytona 660
  2. Stepan ZUDA (#23/CZE), Triumph Daytona 660
  3. Tobias KITZBICHLER (#38/AUT), Aprilia RS660
  4. Tom KUIL (#55/NLD), Triumph Daytona 660
  5. Daniel MOGEDA (#G88/ESP), Honda CBR600RR
  6. Kiyano VEIJER (#53/NLD), Triumph Daytona 660
  7. Julian VAN KALKEREN (#34/NLD), Triumph Daytona 660
  8. Mika SIEBDRATH (#98/DEU), Triumph Daytona 660
  9. Ty HENRIKSEN (#46/DNK), Aprilia RS660
  10. Micky WINKLER (#86/DEU), Aprilia RS660
  11. Luis RAMMERSTORFER (#13/AUT), Triumph Daytona 660
  12. Magnus KRISTOFFERSEN (#30/DNK), Aprilia RS660

DNF: Kyano SCHOO (#G26/NLD), Yamaha YZF R7
DNF: Maksymilian PALMOWSKI (#95/POL), Aprilia RS660
DNF: Alexander WEIZEL (#22/DEU), Aprilia RS660
DNF: Jay Jay DEN HOED (#44/NLD), Yamaha YZF R7
DNF: Lucas SØRENSEN (#18/DNK), Aprilia RS660
DQ: Rick KOOISTRA (#20/NLD), Triumph Daytona 660