Florian Alt hatte am Trainings-Freitag alle Sessions auf der einzigen Honda im Feld gewonnen, doch in der entscheidenden Superpole am heutigen Samstag hat Lukas Tulovic die Situation für Ducati wieder gerichtet. Mit über einer halben Sekunde Vorsprung qualifizierte sich der Titelverteidiger in der Motorsport Arena Oschersleben für die Pole Position in der EURO MOTO Superbike.
Wie schon vermutet fuhr Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) zuvor mit angezogener Bremse und verleitete zu Spekulationen. Diese haben sich bei einem Abstand von exakt 0,622 Sekunden erledigt. Tulo ist wieder vorn. Doch der Bayer machte es spannend. In den ersten Minuten der Superpole 2 tauchte der Ducati Panigale-Fahrer am Ende der Zeitenliste auf. Erst in seiner fünften Runde zündete er den Turbo und katapultierte sich mit einer einzigen schnellen Runde an die Spitze – dort blieb er bis zum Ende.
Neben Tulovic wird Twan Smits vom Team Apreco Yamaha ins Rennen gehen. Er hatte sich den Weg in die Superpole 2 erst über die Superpole 1 erkämpfen müssen. In dieser stürmte er in der gleichen Runde wie Tulovic zur persönlichen Bestzeit und auf den zweiten Rang. Nach den bisherigen Saison-Ergebnissen wird der Niederländer in den Rennen als Podiumskandidat gehandelt.

Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) wurde Dritter. Damit ist die erste Startreihe besetzt von Ducati, Yamaha und Honda. Wie sieht Alt seine Chancen für die beiden Superbike-Rennen am morgigen Sonntag? „Es kommt auf den Start an. Wenn Tulo in der ersten Kurve schon einen Vorsprung hat, wird es schwer ihn einzufangen. Von P2 bis P6 ist dann alles offen.“
Hinter dem Spitzentrio reiht sich geballte BMW-Power ein, angefangen von Marcel Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) über Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW) bis zu Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes). Schrötter hatte bereits im Superpole Pre-Practice vor Reiti gelegen, was den Vierfach-Champion offensichtlich wurmte. „Marcel ist in meinem Windschatten gefahren und konnte seine Rundenzeit dadurch verbessern“, kommentierte Reiterberger die interne BMW-Konstellation. Aber Ex-Supersport-WM-Fahrer Schrötter landete auch heute vor Publikumsliebling Reiterberger.
„Vor einer Woche wäre es für mich undenkbar gewesen, so weit vorne zu stehen“, sagt der 33-jährige Bayer. Noch immer macht ihm die schwere Verletzung am linken Bein zu schaffen. Dazu kommt der Rückstand an Testkilometern auf dem Superbike. „Für mich ist die Strecke wie eine Go-Kart-Bahn mit Wellen und Schlägen. Aber so wie es bis jetzt läuft, kann ich nicht klagen.“ Die 18 angesetzten Rennrunden wird er überstehen, lässt Schrötter wissen, „aber mein Oberkörper muss viel kompensieren, um das Bein zu entlasten.“

EURO MOTO Superbike, Qualifying
1. Lukas TULOVIC (DEU/Ducati)
2. Twan SMITS (NDL/Yamaha)
3. Florian ALT (DEU/Honda)
4. Marcel SCHRÖTTER (DEU/BMW)
5. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)
6. Jan-Ole JÄHNIG (DEU/Honda)
7. Leon ORGIS (DEU/BMW)
8. Kevin ORGIS (DEU/BMW)
9. Toni FINSTERBUSCH (DEU/BMW)
10.Jan MOHR (AUT/BMW)
11.Marco FETZ (DEU/BMW)
12.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)
13.Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)
14.Christoph BEINLICH (DEU/BMW)

