Mit Ex-MotoGP-Star Jonas Folger hatte sich kurzfristig Prominenz angemeldet bei der letzten EURO MOTO-Veranstaltung in Most. Als Gast- und Testfahrer war es sein Job, die KTM RC 990R für die Supersport-Weltmeisterschaft weiterzuentwickeln. Wie geht es weiter?
Fest steht, das Folger auch bei der EURO MOTO-Runde vom 31. Juli bis zum 2. August am Start sein wird. An diesem Termin gastiert die Serie in Oschersleben. KTM treibt das Projekt mit dem Next Generation Bike gemeinsam mit dem deutschen Freudenberg-Team voran. Der WM-Einstieg ist für 2027 geplant.
„Wir benötigen möglichst viele freie Runden am Stück. Die EURO MOTO bietet uns genau diese Möglichkeit“, hatte Teamchef Carsten Freudenberg unlängst nach erschwerten Bedingungen bei diversen Trackdays auf stark frequentierten Strecken erklärt.

Die Zeit läuft. Bis zum Jahresende soll ein verkäuflicher Race-Kit für die straßenzugelassene KTM RC 990R erhältlich sein. Enthalten sind Chassis, Linksystem, Gabelbrücke, Elektronik, Nockenwellen, Auspuff und Ölkühler. Es ist der abschließende Schritt zur FIM-Homologation des Motorrads. Momentan werden für 2027 eine Leistungsreduzierung und neue Balanceregeln diskutiert. Die im Entwicklungsstadium stehende KTM RC 990R hat mit knapp 145 PS gegenüber jetzigen Supersportlern ein Defizit von knapp 10 PS. „Ziel ist die WM-Rückkehr von KTM im Rahmen des Kundensportprogramms“, sagt Projektmanager André Klipphahn. Für die KTM RC 990R gilt der FIM-Preisdeckel von 26.400 Euro. Einen Werksauftritt in der Supersportklasse wird es neben dem bereits bestehenden MotoGP-Einsatz nicht geben.
Der 32-jährige Folger konnte in Most kein Rennen beenden. Der Fokus lag ohnehin auf der Entwicklung und nicht auf einer Platzierung, „aber diese hätten uns weitere wichtige Erkenntnisse geliefert. Nun fehlen uns diese Daten, aus denen wir hätten lernen können“, sagt Folger. Allerdings hätte er sich insgesamt weiter vorne gesehen. Folger belegte in der kombinierten Zeitenliste der freien Trainings und der Qualifyings jeweils den siebten Platz und lag beide Male etwa 1,5 Sekunden hinter der Bestzeit zurück.
Die extreme Hitze habe dem Team sogar in die Karten gespielt. „Die Bedingungen waren eine brutale Ausdauerprüfung, mit Lufttemperaturen von bis zu 40 Grad und über 60 Grad auf dem Asphalt.» So haben wir ein gutes Gespür dafür bekommen, was beim Material verbessert werden muss. Abgesehen davon hatte ich riesigen Spass daran, wieder in der Meisterschaft dabei zu sein und auf der Strecke gegen so viele schnelle Fahrer in dieser Klasse anzutreten. Die meisten haben uns gezeigt, wo wir stehen, und die Bereiche aufgezeigt, in denen wir uns verbessern oder Änderungen vornehmen müssen.“


