Jetzt ist das Puzzle komplett. Nach knapp dreiwöchiger Suche nach einem weiteren Fahrer, hat das Team RT Motorsports die letzte offene Position endgültig besetzt: Mit Jakob Rosenthaler geht für das niederländische Team ein neues Gesicht an den Start, das im internationalen Nachwuchs jedoch längst kein Unbekanntes mehr ist.
Die Entscheidung fiel nicht am Schreibtisch, sondern vor wenigen Tagen auf der Strecke. Beim Test letzte Woche in Assen überzeugte der 19-jährige Österreicher auf Anhieb und ließ keine Zweifel offen, dass er der richtige Mann ist. „Am Ende haben wir unsere Zusammenarbeit mit einem Handschlag besiegelt“, erklärt Teammanager Rob Vennegoor, der in rund vier Wochen mit zwei Fahrern in die bevorstehende Saison geht. Denn Rosenthaler rückt an die Stelle von Hudson Thompson und startet nun gemeinsam mit dem Niederländer Tom Kuil in der EURO MOTO Sportbike-Klasse. Zum Einsatz kommt dabei die Triumph Daytona 660, mit dem RT Motorsports im vergangenen Jahr bereits den Titel einfahren konnte.
Vom Supermoto bis zur WM-Bühne
Als Teil des KTM-Nachwuchsprogramms stand der Österreicher früh im Fokus: Angefangen im Supermoto, führte ihn sein Weg über den Northern Talent Cup und den Red Bull Rookies Cup bis in die JuniorGP, wo er als erster Österreicher aufs Podium fuhr. Der nächste Schritt ließ nicht lange auf sich warten: Es folgten Einsätze in der Moto3-Weltmeisterschaft und der Supersport-300-WM.
Brandkatastrophe bringt Karriere ins Wanken
Gleich zu Jahresbeginn traf die Familie Rosenthaler allersdings überraschend ein harter Schlag. Während sie über Silvester mit dem Wohnmobil in Spanien unterwegs war, erreichte sie ein Anruf der heimischen Feuerwehr. Ihr Bauernstadl, in dem nahezu das gesamte Equipment für Jakobs Motorsport-Karriere gelagert war, stand lichterloh in Flammen. Insgesamt elf Feuerwehren waren im Einsatz.
Die Brandkatastrophe hinterließ nicht nur einen enormen finanziellen Schaden. Sie zerstörte auch den Großteil seiner kompletten Rennausstattung. Plötzlich stand Rosenthalers weitere Motorsport-Zukunft auf der Kippe. Die Fahrersuche von RT Motorsports und das Angebot für einen Platz im Team kam für den Österreicher wie gerufen, um weiterhin fest im Rennsport verankert zu bleiben.
Der Lohn war ein Einstand nach Maß. Beim ersten gemeinsamen Test in Assen passte es sofort zwischen Fahrer, Bike und Team. Rosenthaler fand schnell seinen Rhythmus, auch die Abstimmung mit Teamkollege Kuil funktionierte auf Anhieb.
Dass dieses Gesamtpaket alles andere als selbstverständlich ist, betont auch Teammanager Rob Vennegoor: „Zu diesem späten Zeitpunkt vor dem Saisonbeginn noch einen Fahrer zu finden, der das nötige Niveau hat und gleichzeitig die Mittel mitbringt, um in der EURO MOTO konkurrenzfähig zu sein, war alles andere als einfach. Mit Jakob haben wir genau diesen Fahrer gefunden. Er bringt nicht nur fahrerisch extrem viel mit, sondern auch bereits enorm viel Erfahrung. Mit ihm wollen wir erneut um den Titel für RT Motorsports kämpfen.“
Volle Konzentration auf den Saisonstart
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Mit zwei weiteren Testtagen in Oschersleben arbeitet das Team aktuell weiter am Feinschliff. Der Fokus ist klar gesetzt: Zum Saisonauftakt vom 8. bis 10. Mai auf dem Sachsenring direkt auf Betriebstemperatur sein.

