Marcel Schrötter hatte lange Zeit, sich auf dem 18-Stunden-Flug von Prag ins japanische Suzuka zu ärgern, wo er derzeit an der Langstrecken-WM teilnimmt. Sein dritter Platz im ersten EURO MOTO Superbike-Lauf in Most am vergangenen Sonntag wurde ihm aberkannt. Den Pokal muss er abgeben. Und auch im zweiten Rennen erhielt der 33-jährige BMW-Fahrer vom Team GERT56 by RS Speedbikes eine empfindliche Strafe. Hier sind die Fakten, wie es dazu kam.
Im ersten Rennen kam es in der zweiten Runde zu einem kontaktfreudigen Zwischenfall mit Lukas Tulovic (Triple M Ducati Racing Frankfurt). Schrötter hielt die Linie nicht, nahm den Notausgang, schnitt die Schikane ab und reihte sich wieder hinter Tulovic ein. Um durch das Abkürzen keinen Vorteil zu erlangen, muss der Fahrer laut Regelwerk im ersten Streckensektor eine Sekunde verlangsamt haben. Schrötter beendete das Rennen als Dritter. Das Team Apreco-Yamaha legte Protest ein. Schrötter soll die Regeln nicht befolgt haben. Um 12:58 Uhr wurde Schrötter über das Informationsportal Discord für eine Stellungnahme zu den Sportkommissaren gebeten. Als der BMW-Fahrer vier Stunden später noch nicht reagiert hatte, wurde die Protestentscheidung in seiner Abwesenheit getroffen. Schrötter erhielt eine 3-Sekunden-Strafe. Dadurch verlor er in der Wertung zwei Plätze. Das Team GERT56 by RS Speedbikes legte gegen die Entscheidung der Sportkommissare Berufung ein. Als Dritter wurde Twan Smits (Team Apreco-Yamaha) gewertet.
Im zweiten Rennen bekamen Schrötter und auch Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) gleich zu Beginn die erste Kurve nicht. Schrötter erhielt sofort eine 3-Sekunden-Strafe, weil er nachgewiesen zu schnell ins Feld zurückkehrte. Er schloss das Rennwochenende mit zwei fünften Plätzen ab. In der Gesamtwertung bleibt er Zweiter mit 96 Punkten. Es führt Lukas Tulovic (129).

