SPB: Räumt der Lokalmatador in Most die Pokale ab?

SPB: Räumt der Lokalmatador in Most die Pokale ab?

GIbt es am Wochenende einen Heimsieg für Štěpán Zuda? Auch für sein deutsches Team wäre die Grenznähe ein guter Ort zum Feiern. Text: Anke Wieczorek, Fotos: Dino Eisele, Michael Praschak

Noch drei Tage, dann steht er im Mittelpunkt: Štěpán Zuda. Der 20-Jährige aus Liberec tritt vom 26. bis 28. Juni 2026 in Most als einziger Tscheche in der EURO MOTO Sportbike an und zählt nach zwei Veranstaltungen zum engsten Kreis der Titelfavoriten. Die Zuschauer erwartet am kommenden Wochenende ein Feuerwerk an Emotionen mit Rennen in drei hart umkämpften Prädikatsklassen und zusätzlichen vier Cup-Klassen. Most liegt in der Luftlinie nur 20 Kilometer von der deutschen Grenze im Erzgebirge entfernt. Auf der Straße sind es 80 Kilometer bis Dresden.

Wenn es nach Štěpán Zuda geht, holt er sich in Most die Führung in der Sportbike-Gesamtwertung zurück. Mit einem unerwarteten Doppelsieg beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring hatte er für einen Traumstart in die neue EURO MOTO-Saison und für ein Highlight in der deutsch-tschechischen Freundschaft gesorgt. Zuda fährt eine Triumph Daytona 660 für das deutsche Freudenberg RORA-PALIGO Racing Team aus Bischofswerda. Damit etbalierte er sich auf Anhieb an der Spitze in der Sportbike-Wertung. Die tschechischen Fans haben damit einen neuen Helden – und Zuda selbst hat den Meistertitel ins Visier genommen.

Noch vor einem Jahr war Zuda in der leistungsstärkeren Supersport-Klasse unterwegs. Der Wechsel auf die kleineren Sportbikes erwies sich inzwischen als Volltreffer. Frei nach dem Motto „Weniger ist manchmal mehr“ fand der Tscheche in der neuen Kategorie alles, was zu seinem Fahrstil und passt.

Nach zwei Siegen beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring und der Führung in der Gesamtwertung musste Zuda zuletzt jedoch Abstriche machen. Einer der Gründe ist seine Handverletzung. Nach dem grandiosen Saisonauftakt bot sich ihm die Chance, mit einer Wildcard am Heimrennen in der Sportbike-Weltmeisterschaft teilzunehmen.
Das Abenteuer endete jedoch bereits in der Superpole mit einem schweren Sturz. Dabei zog sich Zuda erhebliche Verletzungen an der Hand zu. Im Medical Center mussten mehrere tiefe Fleischwunden und ein bis auf den Knochen aufgeriebener Finger mit zwölf Stichen versorgt werden.

Zwei Tage vor seinem nächsten EURO MOTO-Einsatz in Brünn wurden die Fäden gezogen. Zuda biss auf dem Grand-Prix-Kurs die Zähne zusammen, aber ein hart umkämpfter dritter und ein vierter Platz reichten nicht, um die Tabellenführung zu verteidigen. Als Gesamt-Zweiter fährt er nun nach Most – nach vier weiteren Wochen Regeneration und der Hoffnung, vor heimischer Kulisse wieder das Zepter in der Sportbike-Klasse zu übernehmen.

Auch in der größeren EURO MOTO Supersport sind die tschechischen Farben stark vertreten. Insgesamt vier einheimische Fahrer gehen dort an den Start. Filip Feigl ist derzeit Gesamt-Siebter. Seine Top-Ten-Plätze in allen bisherigen Rennen haben ihn nach vorn gebracht. In der Supersport-Klasse ist viel Bewegung. Nur zwei Punkte mehr – und Feigl wäre mit seiner Yamaha schon auf dem sechsten Platz.

Zum tschechischen Aufgebot gehören außerdem Feigls drei Jahre älterer Bruder Petr Feigl auf Yamaha, Filip Novotný (Ducati) sowie Jindřich Škopek (Yamaha). Mit gerade einmal 17 Jahren zählt Škopek zu den jüngsten Fahrern im gesamten Teilnehmerfeld.

Vom 26. bis 28. Juni 2026 wird im Autodrom Most am Fuße der Burg Hněvín um jede Tausendstelsekunde gekämpft. Die Zuschauer erwartet packender Motorradsport in den drei EURO MOTO-Kategorien Superbike, Supersport und Sportbike. Ergänzt wird das Programm durch den Kawasaki ZX-6R Cup, den Kawasaki ZX-4RR Cup, den Twin Cup sowie den Pro Superstock Cup. Die Unterhaltung ist jede Minute wert. In allen Tickets fürs Wochenende ist der Fahrerlagereintritt und der Zugang zum Fan-Walk enthalten. EURO MOTO in Most – das ist nicht nur Rennsport auf der Strecke, sondern auch zum Anfassen.