SBK: Tulo in Most mit Luxusproblem – oder nicht?

SBK: Tulo in Most mit Luxusproblem – oder nicht?

Alle jagen Lukas Tulovic auf der Ducati. Der Vorsprung des Superbike-Titelverteidigers ist geschrumpft. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele, Michael Praschak

Wenn Lukas Tulovic diese Woche zum dritten EURO MOTO-Event des Jahres nach Most reist, kann er sich den Luxus leisten, das Motorrad aus dem Auflieger zu schieben wie es in Brünn hinein kam. Das ist aber auch sein einziges Luxusproblem. Die Erinnerungen an Most sind nicht die besten. Vor einem Jahr lief es für den 25-jährigen Ducati-Fahrer überhaupt nicht gut am Fuße der Burg Hněvín.

Der tschechische Asphalt hat Superbiker Lukas Tulovic in den letzten Monaten wenig Glück gebracht. Vor knapp vier Wochen in Brünn verfehlte der Seriensieger im ersten Lauf das Podest und im zweiten besiegte ihn Markus Reiterberger. Tulo war das ganze Wochenende gereizt und übte sich in Geheimniskrämerei, warum das Erfolgspaket mit der Ducati diesmal bis zum zweiten Lauf nicht zusammenpasste.

Matthias Moser, Teamchef bei Triple M Racing Ducati Frankfurt, war gesprächiger. „Ein defektes Federbein war die Ursache. Die Zugstufe hat nicht funktioniert. Also haben wir das Federbein aus der Ersatzmaschine von Lukas eingebaut. Verrückterweise trat exakt das gleiche Problem erneut auf. Vor dem zweiten Lauf haben wir das Ersatzfederbein von Lorenzo Zanetti eingesetzt. Und alles war wieder in Ordnung.“ Tulo stürmte mit der Ducati Panigale V4R vom zehnten Startplatz aus aufs Podium.

In der Meisterschaft hat sich die die Situation zugespitzt. Marcel Schrötter (BMW) bis auf fünf Punkte Abstand auf den Tabellenführer herangerückt. Die Frage lautet nun: Kann „Tulo“ seinen Vorsprung in Most wieder ausbauen?

Ein Blick auf das Vorjahr zeigt, dass die Strecke für den Bayern noch eine offene Rechnung bereithält. Damals wurde der in Führung liegende Tulovic im zweiten Lauf abrupt gestoppt. Die Kette an der Ducati war gerissen und schleuderte durch die Luft. Es war ein Glücksumstand, dass sie den nachfolgenden Toni Finsterbusch (BMW) verfehlte und auch links neben dem Motorrad von Florian Alt (Honda) verpasste. Für Tulo war das Rennen jedoch gelaufen und ein möglicher Sieg entgangen.

Für das kommende Wochenende (26. bis 28. Juni 2026) sprechen dennoch einige Faktoren. Sein Doppelsieg beim Saisonauftakt vom Sachsenring, die bestehende Tabellenführung und das Wissen um die Fabelzeiten, die er letztes Jahr in Most gefahren ist, stärken Tulo den Rücken. Wer die Rennen nicht vor Ort in der freien Natur erleben verfolgen kann, kann streamen. Beide Läufe werden auf euromoto.racing/live übertragen.