SSP: Geiger-Sieg, Führungswechsel und Premieren

SSP: Geiger-Sieg, Führungswechsel und Premieren

Erster Sieg auf der Apreco-Yamaha für Dirk Geiger und Podiums-Premiere für MV Agusta durch Luca Göttlicher. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele, Michael Praschak

Dirk Geiger hat in Most sein erstes Supersport-Rennen nach dem Wechsel zu Yamaha gewonnen. Gleichzeitig übernahm er die Tabellenführung in der mittleren EURO MOTO-Klasse. Mindestens genauso spektakulär war die Podiumsfahrt von Luca Göttlicher auf der MV Agusta, auch wenn sich das Feld am Ende weit auseinander gezogen hatte.

Nach vier Siegen von Daniel Blin (Automarket AF Racing) war die Zeit für Dirk Geiger (Team Apreco) gekommen. Von der Pole Position aus gelang ihm im tschechischen Autodrom sein erster Sieg auf der Apreco-Yamaha. Es war nicht irgendein Sieg, sondern auch der erste für das neue Motorradmodell YZF-R9 in der EURO MOTO. Geiger führte das Rennen über 14 Runden souverän an. Am Ende hatte er 5,81 Sekunden Vorsprung vor dem Verfolgerfeld und ließ sich feiern. Dass Teamkollege Lennox Lehmann als Zweiter abgewunken wurde, löste doppelte Freude in der ganzen Crew aus: „Obwohl ich den Beginn mit ein paar Fehlern vermasselt habe“, warf der Dresdner ein. Und er fügte hinzu: „Besser hätte es nicht laufen können, denn unser Teamkollege Twan Smits startet morgen bei den Superbikes auch noch aus der ersten Startreihe.“ Yamaha hatte allen Grund zum Jubeln.

Luca Göttlicher (LJ Racing) setzte einen Meilenstein in der Geschichte von MV Agusta. Er holte in der Hitzeschlacht den ersten Podiumsplatz für die italienische Marke in der EURO MOTO und vormals der IDM. In den letzten drei Jahren war Till Belczykowski verpflichtetet gewesen. Göttlicher war im Winter verletzt und erst bei der zweiten EURO MOTO-Veranstaltung am Start. Offensichtlich hat „Lucky Luc“ aber schon jetzt den roten Faden gefunden. Wie er sagt, liegt ihm das Motorrad, nur die Hitze habe ihn in Most überrannt. Als die Rundenzeiten im Rennen immer langsamer wurden, blieb Göttlicher trotzdem hartnäckig auf Podiumskurs.

Luca de Vleeschauwer (SWPN) machte auf Yamaha zwei Plätze gut. Filip Feigl (Eder Racing) empfahl sich auf der Marke als Bester von vier gestarteten Tschechen. Marvin Siebdrath war der beste Honda-Fahrer von MCA Racing. Der Sachse wurde Siebter, nachdem er in der ersten Runde auf den 12. Platz zurückgefallen war.

Für Marcel Brenner ging es aus der ersten Startreihe nach hinten. Zur Mitte des Rennens verlor er 2,2 Sekunden auf die Spitze. Der Ducati-Fahrer aus der Schweiz rettete sich auf den siebten Platz. Für seinen Teamkollegen Daniel Blin endete das erste Supersport-Wochenende dramatisch: Er wurde auf P16 mit 54,512 Sekunden Rückstand auf Sieger Geiger gewertet. Das Ergebnis warf ihn nach dem Sturz im Qualifying nochmals zurück. Gleichzeitig verlor der 24-jährige Pole die Führung in der Supersport-Gesamtwertung. Die Ursachenforschung läuft. Gast-Fahrer Jonas Folger (Freudenberg KTM RORA PALIGO) schlug während des Rennens den Weg an die Box für Abstimmungsarbeiten ein.

EURO MOTO Supersport, Rennen 1

1. Dirk GEIGER (DEU/Yamaha)
2. Lennox LEHMANN (DEU/Yamaha)
3. Luca GÖTTLICHER (DEU/MV Agusta)
4. Luca DE VLEESCHAUWER (BEL/Yamaha)
5. Filip FEIGL (CHE/Yamaha)
6. Marvin SIEBDRATH (DEU/Honda)
7. Marcel BRENNER (CHE/Ducati)
8. Freddie HEINRICH (DEU/Kawasaki)
9. Julius AHRENKIEL-FRELLSEN (DNK/Honda)
10.Filip NOVOTNÝ (CZE/Ducati)
11.Julius Caesar RÖRIG (DEU/Honda)
12.Jorke ERWIG (DEU/Ducati)
13.Daniel BLIN (POL/Ducati)
14.Jindrich ŠKOPEK (CZE/Yamaha)
15.Peter FEIGL (CZE/Yamaha)
16.Filip KUKIC (DEU/Ducati)