Marco, was war die Kernidee hinter dem Ninja ZX-4RR Cup und nun auch im Hinblick auf den neuen ZX-6R Cup und welche Lücke im deutschen und europäischen Rennsport wolltet ihr damit konkret schließen?
Marco Pascher: Mit dem Ninja ZX-4RR Cup und jetzt auch dem neuen Ninja ZX-6R Cup wollten wir sowohl für Nachwuchsfahrer/-innen als auch für ambitionierte Hobbyracer eine Brücke schaffen. Die Ninja ZX-4RR ist mit ihrem Reihenvierzylinder und knapp 80 PS ein perfektes Bike für den Einstieg in den professionellen Rennsport. Sie ist leicht handelbar, überfordert junge Fahrer/-innen nicht und trainiert gleichzeitig durch den 4-Zylinder einen hohen Kurvenspeed. Genau das ist enorm wichtig, wenn man Linienwahl, Bremspunkte und das Fahren auf Großstrecken lernen möchte.
Die ZX-4RR wird aufgrund ihrer 399 ccm noch immer oft unterschätzt. Die vergangenen Rennsaisons haben aber eindrucksvoll gezeigt, welche Rundenzeiten mit diesem Motorrad möglich sind. Dadurch eignet sich die Serie nicht nur für Nachwuchstalente, sondern auch ideal für Hobbyracer, die professionellen Motorsport erleben möchten. Dadurch holen wir neue Fahrer in den Rennsport.
Durch ihre Größe und ihr Gewicht bildet die ZX-4RR die ideale Grundlage für den nächsten Schritt auf die Ninja ZX-6R. Mit dem neuen ZX-6R Cup schafft Kawasaki genau diese Anschlussmöglichkeit und verbindet gleichzeitig die Klassen Sportbike und Supersport. So entsteht ein klar strukturierter Entwicklungsweg innerhalb des Markenpokal Konzepts.
Der ZX-4RR Cup geht 2026 in sein drittes Jahr. Wie hat sich die Serie bisher entwickelt und welche Art von Fahrern zieht dieser Cup an?
Marco Pascher: Die Serie etabliert sich Schritt für Schritt immer stärker, besonders im Bereich der Nachwuchsfahrer/-innen. Viele junge Talente nutzen den ZX-4RR Cup mittlerweile gezielt, um erste Erfahrungen im lizenzierten Rennsport und auf den großen Rennstrecken zu sammeln. Gerade dafür ist das Motorrad ideal geeignet, weil es viel Vertrauen vermittelt und gleichzeitig fahrerisch fordert.

Gleichzeitig sehen wir aber auch immer mehr ambitionierte Hobbyracer im Cup. Viele kommen aus lizenzfreien Veranstaltungen oder Trackdays und suchen den Einstieg in professionell organisierten Motorsport. Wer die ZX-4RR einmal gefahren ist, versteht sehr schnell, warum das Bike so viel Spaß macht. Der Lernfaktor ist enorm hoch und genau das überzeugt viele Teilnehmer nachhaltig.
Die bisherigen Saisons haben außerdem gezeigt, dass die Leistungsdichte im Feld sehr hoch ist und die Motorräder deutlich mehr Potenzial haben, als viele zunächst erwarten würden. Das macht die Serie sportlich attraktiv und sorgt für spannende Rennen.
Was unterscheidet eure Cups bewusst von klassischen Rennserien?
Marco Pascher: Ein großer Unterschied ist sicherlich der Kostenfaktor. Motorsport ist grundsätzlich teuer und viele Fahrer/-innen kämpfen jedes Jahr darum, ihre Saison finanziert zu bekommen. Genau hier wollten wir ansetzen und ein attraktives Gesamtpaket schaffen, mit dem lizenzierter Motorsport auch mit überschaubarem Budget möglich wird. Beide Cups werden zu großen Teilen von Kawasaki unterstützt, um den Teilnehmern diese Möglichkeit überhaupt bieten zu können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Umfeld innerhalb der Serien. Besonders im ZX-4RR Cup hat sich eine sehr starke Gemeinschaft entwickelt. Natürlich wird auf der Strecke hart gekämpft, aber im Paddock arbeitet man miteinander. Fahrer helfen sich gegenseitig bei Linienwahl, Bremspunkten oder kleinen Reparaturen. Viele Teilnehmer freuen sich jedes Wochenende darauf, ihre neu gewonnenen Freunde wieder auf und neben der Strecke zu treffen.
Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die gerade Einsteigern den Zugang zum Rennsport deutlich erleichtert und Hemmschwellen abbaut.
Welche Rolle spielt die Nachwuchsförderung innerhalb eures Konzepts und wie gezielt ist der Weg in höhere Klassen gedacht?
Marco Pascher: Nachwuchsförderung ist ein zentraler Bestandteil unseres Konzepts. Wir möchten jungen Talenten eine professionelle Bühne zu überschaubaren Kosten bieten und ihnen die Möglichkeit geben, sich sportlich weiterzuentwickeln. Dabei geht es nicht nur um Ergebnisse, sondern auch darum, Rennstrecken kennenzulernen, Rennerfahrung zu sammeln und sich fahrerisch Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Die Ninja ZX-4RR ist dafür ein ideales Werkzeug, weil sie Fahrtechnik und Kurvenspeed besonders effektiv schult. Wer auf diesem Motorrad schnell ist, bringt oft eine sehr saubere Fahrweise mit. Genau das bildet die Grundlage für die nächsten Schritte in höhere Klassen.
Wir freuen uns natürlich besonders, wenn Fahrer aus unseren Cups später den Weg in andere Meisterschaften oder Klassen finden und dort erfolgreich sind. Genau dafür möchten wir eine solide Grundlage schaffen.
Motorsport gilt nach wie vor als kostenintensiv: Wie schafft ihr es, die Einstiegshürden niedrig zu halten und gleichzeitig professionellen Rennsport zu bieten?
Marco Pascher: Uns war von Anfang an wichtig, ein Konzept zu entwickeln, das möglichst vielen Fahrern den Einstieg ermöglicht. Deshalb setzen wir auf ein sehr kalkulierbares Paket mit überschaubaren Kosten. Durch die Unterstützung von Kawasaki können wir den Teilnehmern attraktive Rahmenbedingungen bieten, die im klassischen Rennsport oft schwer realisierbar sind.
Dazu kommt, dass sowohl die Ninja ZX-4RR als auch die Ninja ZX-6R seriennah und zuverlässig aufgebaut sind. Das reduziert den technischen Aufwand und hält die Kosten im Rahmen. Gleichzeitig bekommen die Fahrer echte Rennmotorräder, mit denen sie professionellen Motorsport erleben können.
Gerade viele Teilnehmer aus lizenzfreien Veranstaltungen haben dadurch den Schritt in den lizenzierten Rennsport gewagt. Das zeigt uns, dass dieses Konzept funktioniert und angenommen wird.

Ist das Cup-Konzept auch ein Weg, den Motorsport wieder breiter zugänglich zu machen?
Marco Pascher: Genau das ist eines unserer Hauptziele. Wir haben in den vergangenen Jahren viele Fahrer aus dem Trackday- und Hobbybereich in den professionellen Motorsport geführt und gleichzeitig Nachwuchstalente auf Großstrecken gebracht. Damit sprechen wir bewusst eine breite Masse an Fahrern und Fahrerinnen an.
Mit der Ninja ZX-4RR und jetzt auch der Ninja ZX-6R haben wir Motorräder im Einsatz, die sowohl sportlich attraktiv als auch zugänglich sind. Dadurch schaffen wir Möglichkeiten für Fahrer unterschiedlichster Erfahrungsstufen, angefangen vom talentierten Nachwuchsfahrer bis hin zum ambitionierten Hobbyracer.
Wir freuen uns deshalb sehr auf die Premiere des Ninja ZX-6R Cup sowie auf den Saisonstart beider Cups vom 08.–10.05.2026 auf dem Sachsenring.
Wer mehr über die Cups erfahren will, kann sich über die folgenden beiden Links infomieren:
Website: https://www.kawasaki.de/de_de/racing/
Instagram: https://www.instagram.com/kawasaki_ninja_cup_racing

