SSP: Zehn EWC-Fahrer, aber Geiger geht auf Sparflamme

SSP: Zehn EWC-Fahrer, aber Geiger geht auf Sparflamme

Dirk Geiger konzentriert sich nur noch auf eine Sache: in Hockenheim den Supersport-Titel für Yamaha holen. Text: Anke Wieczorek; Fotos: Dino Eisele

24 Stunden, 5,673 Kilometer Strecke und eine Mistral-Gerade, die mit 1,8 Kilometern Platz für Vollgas bietet: Beim Bol d’Or auf dem Circuit Paul Ricard in Frankreich steht derzeit das zweite 24-Stunden-Rennen und zugleich das Finale der EWC-Saison 2026 auf dem Programm. Mit dabei sind zehn aktuelle EURO MOTO-Fahrer: Markus Reiterberger, Jan Mohr, Marcel Schrötter, Jan-Ole Jähnig, Milan Merckelbagh, Marco Fetz, Martin Vugrinec, Max Stauffer, Luca de Vleeschauwer und Lennox Lehmann.

Für Reiterberger geht es dabei um deutlich mehr als nur 24 Stunden Rennsport. Das BMW Motorrad World Endurance Team reist als Zweiter der Weltmeisterschaft mit 19 Punkten Rückstand auf das YART Yamaha Official EWC Team nach Frankreich. Läuft es nach Plan, könnte Reiterberger als Endurance-Weltmeister zum EURO MOTO-Finale nach Hockenheim kommen. Den Kampf um den EURO MOTO-Superbike-Titel musste der BMW-Pilot in dieser Saison dagegen bereits abhaken.

Einer, der am letzten September-Wochenende in Hockenheim um die Krone kämpft, fehlt beim Bol d’Or bewusst: Dirk Geiger. Er macht den Couch-Modus an und verfolgt das Geschehen per Live Timing. Der 24-jährige Baden-Württemberger führt die EURO MOTO-Supersportwertung mit 27 Punkten Vorsprung auf seinen letzten Verfolger Daniel Blin (Ducati) an und soll Yamaha den Titel sichern, bevor er 2027 zu den Superbikes aufsteigt.

Yamaha hat also durchaus Interesse daran, dass seine YZF-R9 und ihr Fahrer beim Finale frisch aus der Ecke kommen. „Ich glaube, das ist der Grund, weshalb ich nicht für den Bol d’Or nominiert wurde“, sagt Geiger. „Ich soll mich für das EURO MOTO-Finale schonen.“ 24 Stunden Rennstress, kaum Schlaf und anschließend noch die Heimfahrt sind kein Wellness-Wochenende. Geiger weiß: „Mit drei Tagen Regeneration kommst Du nicht hin.“

Auch eine mögliche Verletzung soll ausgeschlossen werden. Geigers Apreco Yamaha-Kollege Lennox Lehmann war von den 8 Stunden von Suzuka nach einem heftigen Trainingssturz mit einer Verletzung am rechten kleinen Finger zurückgekommen und hatte wochenlang Probleme damit.

Geiger sieht dem Hockenheim-Finale gelassen entgegen. „Es ist mein Heimrennen.“ Auch um seine Yamaha macht er sich keine Sorgen. Wo die R9 gerade parkt? „Ob sie in den Niederlanden oder Neuss ist, das weiß ich gar nicht. Solange das Motorrad am Wochenende in der Box steht, ist alles in Ordnung.“ Klingt nach einem ziemlich entspannten Plan.