BRL European Cup: Xaus räumt ab, Baggers begeistern

BRL European Cup: Xaus räumt ab, Baggers begeistern

Ruben Xaus feierte am Nürburgring gleich zwei Siege. Die Baggers lieferten den Zuschauern am Nürburgrin mächtigen Sound, spektakuläre Maschinen und spannende Rennen. Fotos: Dino Eisele

Sie waren nicht die Schnellsten auf der Strecke, dafür aber kaum zu überhören: Der Bagger Racing European Cup feierte am Nürburgring seine Premiere im Rahmen der EURO MOTO und sorgte mit mächtigem Sound, imposanten Motorrädern und zwei bis zum Schluss spannenden Rennen für Aufmerksamkeit. Runde drei der europäischen Bagger-Serie wurde damit zu einer ganz besonderen Ergänzung des Rennwochenendes in der Eifel.

Schon abseits der Strecke zogen die schweren Rennmaschinen die Blicke auf sich. Immer wieder wurden die Handys für Fotos gezückt und spätestens auf der Strecke wurde deutlich, was den besonderen Reiz der Serie ausmacht. Denn zu sehen, wie die Fahrer die schweren und mächtigen Motorräder durch die Kurven des 3,618 Kilometer langen Nürburgrings bewegen, sorgte bei so manchem Zuschauer für Staunen.

Sportlich wurde es spätestens im Qualifying am Samstag ernst. Andrea Tomio (Atomico Racing Team) setzte sich auf seiner Ducati Diavel mit einer Rundenzeit von 1:37,874 Minuten durch und sicherte sich die Pole Position. Nur 0,582 Sekunden dahinter folgte Initiator und Fahrer Ruben Xaus (XDiavel Bagger Team). André Pires, ebenfalls auf Ducati, komplettierte die erste Startreihe.

Der geplante Doppelstart fällt aus

Nicht alle ursprünglich für das Wochenende vorgesehenen Baggers schafften es allerdings bis in die Rennen. Einige Maschinen bestanden die technische Abnahme nicht oder waren aufgrund technischer Probleme nicht voll einsatzfähig.

Davon betroffen war auch Milan Merckelbagh. Der Niederländer hatte sich am Nürburgring eigentlich einiges vorgenommen. Neben seinen Einsätzen in der EURO MOTO Superbike wollte er zusätzlich in der Bagger Racing League antreten. Merckelbagh kannte die Serie bereits aus Cremona und sollte am Nürburgring zwischen seiner BMW und einer Harley-Davidson wechseln. Doch daraus wurde nichts. Während er seine Rennen in der EURO MOTO Superbike bestreiten konnte, war sein Bagger nicht einsatzfähig und der angekündigte Doppelstart fiel aus.

Xaus kontert in der letzten Runde

Für Spannung sorgten am Samstagabend vor allem Xaus und Tomio. Xaus setzte sich an die Spitze, abschütteln konnte er seinen italienischen Konkurrenten allerdings nicht. Tomio blieb dran und wartete auf seine Chance.

Die kam in der vorletzten Runde. Tomio übernahm die Führung und hatte plötzlich beste Aussichten auf den ersten Sieg des Wochenendes. Doch Xaus konterte. In der letzten Runde holte sich der ehemalige Superbike-WM-Pilot die Spitze zurück und rettete einen hauchdünnen Vorsprung über die Ziellinie. Der Abstand nach acht Runden: gerade einmal 0,290 Sekunden.

Hinter Xaus und Tomio machte Pires als Dritter das reine Ducati-Podium perfekt. Takeshi Ishizuka (Spanover Bagger Racing Team) brachte als Vierter die beste Harley-Davidson ins Ziel, gefolgt von James Ellison (Johny Maracas Bagger Racing Team). Marco Attanasio (Attanasio Racing Team) belegte auf seiner Ducati Rang sechs.

Schreckmoment noch vor Rennen 2

Am Sonntag sorgten die Baggers bereits vor dem Start des zweiten Rennens für einen Schreckmoment. Andreas Schäfer stürzte in der zweiten Warm-up-Lap und verletzte sich am Bein. Ein Start war für den Deutschen anschließend nicht mehr möglich. In der Ergebnisliste wurde er als DNS geführt.

Danach rückte der Sport wieder in den Mittelpunkt und der zweite Lauf sollte dem ersten in Sachen Spannung in nichts nachstehen. Diesmal mischten sogar drei Fahrer im Kampf um die Führung mit. Pires erwischte den besten Auftakt und führte die ersten beiden Runden. In Runde drei übernahm Tomio und behauptete die Spitze zwei Umläufe lang. Ab Runde fünf war schließlich wieder Xaus vorne.

Doch auch diesmal ließ sich Tomio nicht abschütteln. Bis zur Zielflagge blieb der Ausgang offen. Am Ende wurde es sogar noch enger als am Samstag: Nur 0,157 Sekunden trennten Xaus und Tomio im Ziel. Pires folgte mit 6,099 Sekunden Rückstand auf Rang drei.

Dass der Sieg keineswegs auf eine klare Tempodominanz von Xaus zurückzuführen war, zeigte auch die schnellste Rennrunde. Die ging mit 1:36,902 Minuten an Tomio. Xaus kam auf 1:36,973 Minuten.

Und während vorne um Hundertstelsekunden gekämpft wurde, lieferten die Baggers weiter hinten ein Bild, das wohl nur diese Rennserie produzieren kann: Bei Maurizio Vettor (Johny Maracas Bagger Racing Team) sprang während der Fahrt der rechte Deckel des hinteren Koffers auf. Der Italiener ließ sich davon nicht aufhalten und brachte seine Harley-Davidson auf Rang acht ins Ziel.

Xaus: „Wir konnten eine gute Show abliefern“

Mit zwei Siegen im Gepäck zog Xaus anschließend ein positives Fazit seines Nürburgring-Wochenendes. „Wir haben das Rennwochenende hier auf dem Nürburgring sehr genossen. Die Rennen waren gut“, erklärte der Initiator der Serie.

Dass er auch im zweiten Lauf ganz oben auf dem Podium stand, führte Xaus dabei nicht allein auf seine Geschwindigkeit zurück: „Mein Sieg im zweiten Rennen war hauptsächlich meiner Erfahrung zu verdanken und nicht der Tatsache, dass ich schneller war. Ein bisschen Glück spielt immer eine Rolle, aber eben auch Können und Erfahrung.“

Vor allem aber freute sich Xaus über die Möglichkeit, den Bagger Racing European Cup dem EURO MOTO Publikum präsentieren zu können. „Danke an die EURO MOTO und den Nürburgring, dass wir hier sein durften, und natürlich an die vielen Zuschauer, die dabei waren. Ich denke, wir konnten eine gute Show für die Zuschauer abliefern. Wir lernen immer weiter dazu, aber ich denke, unsere Rennen sind spannend und unterhaltsam.“

Zwei Rennen, zwei knappe Entscheidungen und jede Menge neugierige Blicke im Fahrerlager: Das Gastspiel der Baggers hatte am Nürburgring seinen ganz eigenen Charakter. Und auch wenn die schweren Maschinen auf dem Papier nicht mit den Rundenzeiten der schnellsten EURO MOTO Klassen mithalten konnten, waren sie an diesem Wochenende alles andere als zu übersehen oder zu überhören.

Bagger Racing European Cup, Race 2

  1. Ruben XAUS (#111/AND), Ducati Diavel
  2. Andrea TOMIO (#85/ITA), Ducati Diavel
  3. André PIRES (#14/POR), Ducati Diavel
  4. Takeshi ISHIZUKA (#70/ESP), Harley-Davidson
  5. James ELLISON (#77/IRL), Harley-Davidson
  6. Marco ATTANASIO (#96/ITA), Ducati Diavel
  7. Garijs ROZKALNS (#30/LAT), Harley-Davidson
  8. Maurizio VETTOR (#911/ITA), Harley-Davidson
  9. Sergio MARTINEZ GIMENEZ (#98/ESP), Harley-Davidson

DNS: Andreas SCHÄFER (#90/GER), Harley-Davidson