Hannes Soomer musste in den vergangenen Rennen der EURO MOTO Superbike zuschauen – und zwar vom heimischen Sofa aus. Per Livestream verfolgte der Este, was seine Kollegen auf der Strecke veranstalteten. Eine massive Schulterverletzung hatte ihn beim Abschlusstest für die Langstrecken-WM in Suzuka wochenlang außer Gefecht gesetzt. Am Mittwoch, dem 1. Juli 2026, war er am zweiten und letzten offiziellen Testtag für die 8 Stunden von Suzuka gestürzt.
Auf dem Nürburgring war der 28-Jährige vom Team Masteroil-Alpha-Van-Zon-BMW wieder fit genug für ein Rennwochenende. Das Comeback war kein Spaziergang. Zu Saisonbeginn war der direkte Sprung in die Superpole 2 für Soomer schon Standard. Am Nürburgring blieb er dagegen in der Superpole 1 stecken. Startplatz zehn – dritte Reihe.

In den Rennen zeigte Soomer dann, dass die Rennfahrer-Software noch einwandfrei läuft. Zehnter im ersten Lauf, Zwölfter im zweiten. Keine Sensationsplatzierungen, „aber ich war zuallererst glücklich, wieder dabei zu sein“, meinte er und fügte hinzu: „doch ich war eben noch nicht zu hundert Prozent der Alte. Meine Knochen sind alle wieder zusammengewachsen, aber mein Körper ist noch nicht wieder ganz fit.“
Das erste Rennen lief für ihn überraschend gut. „Damit war ich echt happy.“ Nach dem zweiten Lauf war die Freude gedämpfter. Die BMW hätte noch gekonnt, aber Soomers Schulter hatte irgendwann andere Pläne. „Mein Arm hat ein wenig Probleme gemacht. So ein ganzes Wochenende war ihm dann wohl ein wenig viel. Es war eben doch eine schwerere Verletzung.“ Sein Team kennt sich nach dem Nürburgring-Event nicht nur beim Motorrad, sondern auch in Sachen Tape-Verband bestens aus. Zuhause in Estland bekommt Soomer Unterstützung vom Olympiastützpunkt. „Die haben sich toll um alles gekümmert“, erzählt er. „Von der Operation bis hin zur Reha.“


