Den letzten Fahrertitel in der Superbike-Klasse für Yamaha holte der ehemalige MotoGP-Pilot Jonas Folger in der Saison 2020 auf einer YZF-R1. Seitdem hat die Marke nur spärlichen Podiumskontakt. Twan Smits ist in der EURO MOTO Superbike aktuell dabei, die Lage zu ändern. Zwei absolvierte Rennen, ein Podiumsplatz. Der Niederländer bringt frisches Leben in die Historie – und das liegt nicht nur an den Concession Parts.
Concession Parts sind genau definierte Teile, die ein Hersteller bringen darf, wenn er in der Meisterschaft zu weit zurückliegt, weil die Konstruktion des Serienmotorrads nicht für Spitzenresultate reicht. Yamaha hat für 2026 fünf Optionen und nimmt alle in Anspruch. Das betrifft die Bremse, das Motortuning, die im Vergleich zum Vorjahr anders konstruierte Schwingenlänge, die Gabelbrücke und den größeren Tank. Statt des 17-Liter-Serientanks wird ein 22-Liter-Tank verwendet. Die Auswahl ist vom Feinsten und hat WM-Reife.

Wim Vermeulen sieht darin jedoch nicht das größte Geheimnis, das hinter den deutlich verbesserten Ergebnissen steckt. Der Marketing Manager von Yamaha Motor Europe verweist vielmehr explizit auf Twan Smits, den 22-jährigen Fahrer vom Team Apreco, der nicht zuletzt aus Kostengründen die einzige Yamaha im ganzen EURO MOTO-Superbikefeld an den Start bringt. „Sein Anteil an der Entwicklung liegt bei 80 Prozent“, rechnet Vermeulen. „Twan hat seinen Fahrstil umgestellt. Vor einem Jahr war er noch wie ein Supersportler unterwegs. Jetzt fährt er wirklich wie ein Superbiker. Was dazu kommt, ist, dass er hervorragend mit den Pirelli-Reifen arbeiten kann.“
Smits Steigerung hat so eingeschlagen, dass er nach dem Ende der EURO MOTO-Saison noch die Superbike-WM-Rennen in Estoril und Jerez bestreiten wird. Vermeulen: „Falls sich einer unserer WM-Top-Fahrer bis dahin verletzen sollte, wird er schon vorher als Ersatzfahrer eingesetzt.“

